Im OP 2014; 04(03): 139
DOI: 10.1055/s-0034-1373834
DGF
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Mitteilungen für die Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V.

Further Information

Publication History

Publication Date:
23 April 2014 (online)

Editorial

Zoom Image

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in der letzten Ausgabe hatte ich meine Hoffnung zum Ausdruck gebracht, dass die neue Bundesregierung ihr Bestes geben wird, um das gesundheitliche Versorgungssystem wieder zu verbessern. Nun haben wir ein ernsthaftes Versprechen durch die Regierung erhalten und damit ein Potpourri an politischen Zielen für das Gesundheitswesen.

Zum Jahresauftakt 2014 veranstaltete der Deutsche Pflegerat (DPR) zum ersten Mal den Deutschen Pflegetag mit prominenter politischer Begleitung in Berlin. Hier postulierte der neue Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, dass die „Verbesserungen in der Pflege klarer Schwerpunkt für die Bundesregierung sein werden“.

Er versprach einerseits durch eine Anpassung des Beitragssatzes eine Steigerung des Leistungsvolumens der Pflegeversicherung und damit eine spürbare Entlastung der Pflegefachkräfte sowie der pflegenden Angehörigen. Andererseits soll „eine angemessene Personalausstattung geschaffen und ein Mitspracherecht für die Pflegenden in den Entscheidungsgremien des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen eingerichtet werden“.

Damit nicht genug, zusätzlich „soll auch der Nachwuchs in der Pflege durch eine kostenfreie Ausbildung gesichert werden“. Das längst überfällige Pflegeberufegesetz war die Krönung seiner als Ziel formulierten verbesserten Rahmenbedingungen. Dafür, so Gröhe, wolle er sich für die Pflegenden mit ganzer Kraft einsetzen.

Die 1500 Teilnehmer des Deutschen Pflegetags nahmen diese Versprechungen sehr gerne entgegen und sind nun gespannt auf die Umsetzung.

Der Bundesminister a. D., Heiner Geißler, kritisierte in seinem anschließenden Vortrag „Ethik statt Monetik“, dass in diesen von Ökonomisierung bestimmten Zeiten der Patient zum Kostenfaktor degradiert (!) werde und bedauerte, dass Deutschland zwar in der Lage sei, hervorragende Maschinen zu konstruieren, aber keine qualitätsbetonte, von humanen Interessen gelenkte Pflege gewährleisten könne. Für seine Rede gab es stehenden Beifall.

Auch der Pflegebevollmächtigte der neuen Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), ehemals Gesundheitsminister in NRW, und Franz Müntefering (SPD) waren zum Auftakt des Kongresses anwesend.

Damit dürfen wir nun alle sehr gespannt sein auf die hoffentlich folgenden Taten dieser neuen Regierung.

Herzlichst Ihr

Dietmar Stolecki

Redaktion DGF

redaktion@dgf-online.de