Hintergrund: Bei der seit 2004 möglichen Vergabe von Boni durch Krankenkassen können diese ihren
Versicherten auch die Inanspruchnahme des sog. Check-up 35 honorieren. Ziel: Es wird überprüft, inwieweit evidenzbasierte Studien zur Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit
der seit ihrer Einführung umstrittenen und mehrfach überarbeiteten Früherkennung auf
Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus Typ II und Nierenerkrankungen vorliegen.
Die Studie ist Teil des Projektes „Auswahl präventiver Maßnahmen als Grundlage von
Bonusmodellen“ (Förderer: KKH). Methoden: Systematische Literaturrecherche zur Effektivität und Wirtschaftlichkeit zum Screening
auf Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes mellitus Typ II und Nierenerkrankungen.
Ergebnisse: Es liegt eine gute Evidenz für ein Screening auf erhöhten Blutdruck bei Erwachsenen
ab 18 Jahren vor. Gegenüber der medizinischen Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen
sind ein Screening zur Identifizierung von Risikopatienten und eine frühzeitige Intervention
kostengünstig. Eine gute Evidenz besteht für ein Screening auf ein ungünstiges Lipidprofil.
Für ein generelles Screening auf Diabetes mellitus Typ II und Nierenerkrankungen liegt
keine Evidenz vor. Diskussion: Der Check up entspricht nur teilweise der int. Studienlage. Wesentliche Differenzen
bestehen bei den vorgesehenen Intervallen, Zielgruppen und eingeschlossenen Krankheiten.
Schlussfolgerungen: Die Verankerung des Check up bedarf einer Überprüfung und Anpassung. Eine pauschale
Vergabe von Boni ist nicht sinnvoll, sondern erfordert den Einbezug anschließender
systematischer präventiver Interventionen.