Klin Monbl Augenheilkd 2019; 236(08): 1033-1050
DOI: 10.1055/a-0885-2467
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Pupillenstörungen

Pupil disorders
Thomas Wermund
,
Helmut Wilhelm
,
Carina Kelbsch
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Publication History

Publication Date:
18 April 2019 (online)

Zusammenfassung

Die Beurteilung der Pupille ist ein wichtiger Teil der neuroophthalmologischen Diagnostik. Der Nachweis einer afferenten oder efferenten Pupillenstörung lässt Rückschlüsse auf ein weites Spektrum relevanter Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems zu. Dieses Update erfasst einen wesentlichen Teil der Pupillenstörungen der alltäglichen Praxis des Augenarztes. Die Bedeutung der Pupillenuntersuchung hingegen reicht weit über das Fach der Augenheilkunde hinaus.

Abstract

The evaluation of pupillary function is a keystone in the neuro-ophthalmic assessment of patients. The diagnosis of an afferent or efferent pupillary disorder is crucial in the acquisition of a broad range of diseases of the brain or the peripheral nervous system. This “update” of pupillary disorders covers a major part of clinical conditions eye doctors have to expect in their daily practice. The significance of pupillary evaluation, however, extends far beyond the area of ophthalmology.

Kernaussagen
  • Die Beurteilung der Pupille erfordert immer eine Aussage über die Weite (Isokorie) und die Reaktion auf Licht im Seitenvergleich.

  • Die Untersuchung der vorderen Sehbahn erfolgt mit dem „Swinging Flashlight Test“. Eine seitendifferente Schädigung führt zu einem relativen afferenten Pupillendefekt (RAPD).

  • Bei einem neu entdeckten RAPD muss zur Lokalisation der Schädigung eine Gesichtsfelduntersuchung durchgeführt werden.

  • Die Anisokorie ist Ausdruck einer efferenten Pupillenstörung. Die Ursache ist mit Prüfung der Lichtreaktion, Redilatation, Lidspaltenweite und Nahreaktion differenzierbar. Gezielte medikamentöse Tests ergänzen die Pupillendiagnostik.

  • Kein Apraclonidin-Test bei Kindern unter 1 Jahr!

  • Eine gestörte Pupillenlichtreaktion erfordert die Beurteilung der Okulomotorik.