Z Orthop Unfall
DOI: 10.1055/a-0977-3607
Original Article/Originalarbeit
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Osteosynthetische oder endoprothetische Versorgung kniegelenksnaher Frakturen beim geriatrischen Patienten – ein klinisch-gesundheitsökonomischer Vergleich

Article in several languages: English | deutsch
Mario Pasurka
1  Department of Orthopaedic Trauma Surgery, University Hospital Erlangen
2  Orthopaedic Trauma Surgery, Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nuremberg, Erlangen
,
Sebastian Krinner
1  Department of Orthopaedic Trauma Surgery, University Hospital Erlangen
,
Kolja Gelse
1  Department of Orthopaedic Trauma Surgery, University Hospital Erlangen
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Publication History

Publication Date:
19 September 2019 (eFirst)

Zusammenfassung

Hintergrund Kniegelenksnahe Femur- oder Tibiafrakturen stellen beim geriatrischen Patienten oft ein großes Problem dar. Vor allem bei komplexen Frakturen und gleichzeitig vorliegender ausgeprägter Osteoporose werden nach Osteosynthese oft schlechte Ergebnisse erzielt, sodass in bestimmten Situationen zunehmend die endoprothetische Versorgung propagiert wird.

Patienten, Material und Methoden Bei 16 Patienten mit kniegelenksnaher Femur- oder Tibiafraktur wurde entweder die osteosynthetische (n = 8) oder endoprothetische (n = 8) Versorgung durchgeführt. Die Fälle wurden retrospektiv sowohl nach klinischen als auch nach gesundheitsökonomischen Kriterien analysiert.

Ergebnisse Bei dem untersuchten geriatrischen Patientengut war die endoprothetische Versorgung in klinischer Hinsicht bei rascherer Mobilisationsfähigkeit und größerem Bewegungsumfang der osteosynthetischen Versorgung signifikant überlegen, ohne dabei in der Kostenwirksamkeit nachteilig zu sein.

Schlussfolgerung Bei komplexen kniegelenksnahen Frakturen und bestimmten Begleitpathologien ist beim geriatrischen Patienten die Frakturendoprothetik in klinischer und gesundheitsökonomischer Sicht eine sinnvolle und kostenverträgliche Therapiealternative zur Osteosynthese.