Fortschr Röntgenstr 2020; 192(03): 246-256
DOI: 10.1055/a-0999-5716
Review
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Quantitative klinische Herz-Magnetresonanztomografie

Article in several languages: English | deutsch
Ursula Reiter
1  Radiology, Medical University of Graz, Austria
,
Clemens Reiter
1  Radiology, Medical University of Graz, Austria
,
Corina Kräuter
1  Radiology, Medical University of Graz, Austria
2  Institute of Medical Engineering, Graz University of Technology, Faculty of Computer Science and Biomedical Engineering, Graz, Austria
,
Volha Nizhnikava
1  Radiology, Medical University of Graz, Austria
3  Radiology, Respublican Science and Proctical Center of Cardiology, Minsk, Belarus
,
Michael H. Fuchsjäger
1  Radiology, Medical University of Graz, Austria
,
Gert Reiter
1  Radiology, Medical University of Graz, Austria
4  Research and Development, Siemens Healthcare Diagnostics GmbH, Austria
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

08 April 2019

29 July 2019

Publication Date:
20 November 2019 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund Die kardiale Magnetresonanztomografie (MRT) stellt sowohl in der Beurteilung der Herzfunktion als auch zur nichtinvasiven Gewebsanalyse des Myokards in vielen klinischen Fragestellungen die Referenz-Standard-Methode dar. Speziell die Quantifizierung kardialer Parameter nimmt eine immer zentralere diagnostische und differenzialdiagnostische Rolle ein. Im vorliegenden Review sollen etablierte und vielversprechende neue quantitative Herz-MRT-Parameter der klinischen Routine zusammengefasst, ihre Zusammenhänge beschrieben sowie ihre Abhängigkeiten von substanziellen Einflussfaktoren dargestellt werden.

Methode Die Übersichtsarbeit basiert auf einer PubMed-Literaturrecherche zu den Begriffen „cardiac magnetic resonance“ und „quantification“, „recommendations“, „quantitative evaluation/assessment“, „reference method“, „reference/normal values“, „pitfalls“ sowie „artifacts“ innerhalb des Publikationszeitraums 2000–2019.

Ergebnisse und Schlussfolgerung Funktionelle, Phasenkontrast- und Perfusionsbildgebung sowie Relaxationszeit-Kartierung ermöglichen die Erfassung einer Vielzahl quantitativer Herz-MRT-Parameter. Diese erlauben eine über die visuelle Beurteilung von Herz-MRT-Bildern hinausgehende Charakterisierung der Funktion, Morphologie und Perfusion des Herzens, sei es im Vergleich zu Normalwerten oder im Therapieverlauf. Bei der Interpretation ausgewerteter Herz-MRT-Parameter in der klinischen Routine muss allerdings zunehmend auf Standardisierung geachtet werden, da Aufnahmetechniken und Auswertealgorithmen quantitative Ergebnisse maßgeblich – jedoch mitunter nicht unmittelbar erkennbar – beeinflussen können.

Kernaussagen:

  • Die Routine-Herz-MRT erlaubt die Bestimmung einer Vielzahl funktioneller und morphologischer quantitativer Parameter.

  • Quantitative Herz-MRT-Parameter ermöglichen die Erfassung diffuser und globaler myokardialer Veränderungen.

  • Standardisierte Aufnahmetechniken und Auswertealgorithmen sind zentrale Voraussetzung zur diagnostischen Interpretation quantitativer Herz-MRT-Parameter.

Zitierweise

  • Reiter U, Reiter C, Kräuter C et al. Quantitative Clinical Cardiac Magnetic Resonance Imaging. Fortschr Röntgenstr 2020; 192: 246 – 256