Akt Neurol 2012; 39(09): 475-479
DOI: 10.1055/s-0032-1329983
Übersicht
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Integrierte Versorgung des Morbus Parkinson

Integrated Health Care in Patients with Parkinson‘s Disease
M. Südmeyer
1  Neurologische Klinik der Heinrich-Heine-Universität, Bewegungsstörungen und Neuromodulation, Düsseldorf
2  Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie der Heinrich-Heine-Universität, Medizinische Fakultät, UKD, Düsseldorf
,
L. Wojtecki
1  Neurologische Klinik der Heinrich-Heine-Universität, Bewegungsstörungen und Neuromodulation, Düsseldorf
2  Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie der Heinrich-Heine-Universität, Medizinische Fakultät, UKD, Düsseldorf
,
A. Schnitzler
1  Neurologische Klinik der Heinrich-Heine-Universität, Bewegungsstörungen und Neuromodulation, Düsseldorf
2  Institut für Klinische Neurowissenschaften und Medizinische Psychologie der Heinrich-Heine-Universität, Medizinische Fakultät, UKD, Düsseldorf
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Publication Date:
07 December 2012 (online)

Zusammenfassung

Die Diagnostik und Therapie des M. Parkinson stellt für den behandelnden Arzt häufig eine Herausforderung dar und erfordert insbesondere im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung eine Spezialisierung, da mittlerweile Behandlungsverfahren wie beispielsweise die Tiefe Hirnstimulation oder Medikamentenpumpentherapie zur Verfügung stehen, die nur in spezialisierten Zentren angeboten werden können. Um eine qualitativ möglichst hochwertige und effektive Behandlung des M. Parkinson zu gewährleisten, besteht somit der Bedarf einer „sektorenübergreifenden“ als auch „fächerübergreifenden“ Kooperation und Vernetzung zwischen einzelnen Leistungserbringern. Grundlage hierfür können integrierte Versorgungsverträge (IV-Verträge) sein, die durch den § 140 SGB ff. gesetzlich geregelt sind. Trotz dieser bestehenden Möglichkeiten hat sich das IV-Modell in der Parkinson-Behandlung bislang nicht etabliert. So existieren bislang nur vereinzelte regionale IV-Konzepte beim M. Parkinson. Lediglich das IV-Modell zur videobasierten Parkinsontherapie ist bundesweit über einen Rahmenvertrag des Berufsverbandes Deutscher Neurologen (BDN) geregelt.

Abstract

In Parkinson‘s disease an adequate diagnosis and medical treatment can be challenging for the attending physician. Especially the advanced disease stages require an individualised therapy such as deep brain stimulation or pump application, which are only possible in specialised movement disorders centres. To guarantee a qualified and highly standardised effective treatment for Parkinson‘s disease a “cross-sectoral” and “interdisciplinary” overall cooperation between different care providers (e. g., general physician, hospitals) should be assured. This could be based on integrated care contracts statutorily regulated by the § 140 SGB ff. In spite of these already existing possibilities an integrated health model has not been established in Parkinson‘s disease care so far. Until today only sporadic and regionally limited integrated care concepts exist. Solely the video-based out-patient treatment has been negotiated by the BDN (Bund Deutscher Neurologen) nationwide.