Aktuel Ernahrungsmed 2013; 38(02): 112-117
DOI: 10.1055/s-0032-1332986
DGEM-Leitlinie Klinische Ernährung
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM)

Ethische und rechtliche Gesichtspunkte der Künstlichen ErnährungGuideline of the German Society for Nutritional Medicine (DGEM)Ethical and Legal Aspects of Arteficial Nutrition
F. Oehmichen
1  Klinik Bavaria Kreischa, Deutschland
,
P. E. Ballmer
2  Kantonsspital Winterthur, Medizinische Klinik, Schweiz
,
C. Druml
3  Medizinische Universität Wien, Rektorat, Österreich
,
R. Junek
4  Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Theorie, Geschichte und Ethik der Medizin, Deutschland
,
C. Kolb
5  Universität Erlangen-Nürnberg, Institut für Biomedizin des Alterns, Deutschland
,
U. Körner
6  Charité – Universitätsmedizin Berlin, Deutschland
,
N. W. Paul
4  Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Institut für Theorie, Geschichte und Ethik der Medizin, Deutschland
,
S. Rothärmel
7  Universität Augsburg, Institut für Bio- Gesundheits- und Medizinrecht, Deutschland
,
G. Schneider
8  Sächsischer Landtag, Dresden, Deutschland
,
A. Weimann
9  Klinikum St. Georg Leipzig, Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Deutschland
,
und das DGEM Steering Committee› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
09 April 2013 (online)

  

Zusammenfassung

Fragestellung: Welche ethischen und juristischen Rahmenbedingungen und Problemsituationen bestehen in der Anwendung pflegerischer und ärztlicher Maßnahmen der künstlichen Ernährung?

Material und Methodik: Die Literaturrecherche erfolgte zu den Stichworten künstliche Ernährung, enterale Ernährung, orale Ernährungssupplemente, parenterale Ernährung, Ethik und Recht. Eine Evidenzbewertung der Literatur war mit den im klinischen Bereich üblichen Methoden nicht möglich. Der Textentwurf der Arbeitsgruppe wurde sowohl bei der ersten Konsensus-Konferenz als auch dem gesamten Plenum der Leitliniengruppe zur Diskussion gestellt. Die Rückmeldungen wurden berücksichtigt und der Text schließlich von allen Mitgliedern der Arbeitsgruppe und den Mitgliedern des DGEM Steering Committee konsentiert.

Ergebnisse: Die Hilfe bei der natürlichen Nahrungsaufnahme ist integraler Bestandteil einer angemessenen pflegerischen Fürsorge. Für ernährungstherapeutische Maßnahmen stehen verschiedene Substrate und unterschiedliche Wege der künstlichen Nahrungszufuhr zur Verfügung. Wie bei jeder ärztlichen Intervention bedarf es sowohl einer entsprechenden Indikation, welche vor dem Hintergrund eines angemessenen Behandlungszieles beurteilt werden muss als auch einer Einwilligung des Patienten bzw. seines Stellvertreters.

Schlussfolgerung: Das Kapitel „Ethik und Recht“ behandelt übergreifende Regeln, Probleme und Grenzfragen, die für die Sicherheit und Orientierung des Entscheidens und Handelns bei der Anwendung künstlicher Ernährung in allen medizinischen Gebieten von Bedeutung sind. Es verweist auf die Notwendigkeit der Festlegung von Therapiezielen sowie der Indikationsstellung im Einzelfall und auf die Bedeutung des Patientenwillens.

Abstract

Purpose: Which ethical and legal framework and problem situations exist in the using of caring and medical measures in relation to artificial nutrition?

Material and methods: The literature research is be done concerning the following keywords: artificial nutrition, enteral nutrition, oral nutrition supplements, parenteral nutrition, ethics and law. The evidence valuation of the literature was not possible with the usual methods in the clinical field. The draft of a text worked out by the Working Group was put up for discussion as well as in the first consensus conference as the whole plenum of the guideline group. The feedbacks were taken into account and finally all members of the working group and the DGEM Steering Committee achieved a consensus.

Results: Assisting in the natural food ingestion is an integral part of an appropriate nursing care. Recording nutritional therapeutic measures different substrates and different ways of artificial food supply are available. As with any medical intervention, it requires an appropriate indication, which has to be judged against the background of an appropriate treatment goal, as well as consent of the patient or his representative.

Conclusion: The chapter “Ethics and Law” deals with comprehensive rules, problems and boundary issues that are important concerning to the safety and orientation of decision-making and action by using artificial nutrition in all medical fields. It points to the need to establish treatment aims and the indication in the individual case and the importance of the patient's wishes.

* DGEM Steering committee: Lochs H, Weimann A, Ockenga J, Bischoff SC, Sieber C, Adolph M.