Gesundheitsökonomie & Qualitätsmanagement 2013; 18(3): 106-110
DOI: 10.1055/s-0033-1335382
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Zur Zukunft der PKV: Probleme und Perspektiven

The Future of the Private Health Insurance System in Germany: Problems and Perspectives
J. Eekhoff
,
C. Arentz
Further Information

Publication History

Publication Date:
09 August 2013 (online)

Zusammenfassung

Die deutsche Private Krankenversicherung (PKV) steht seit einiger Zeit verstärkt in der Kritik. Ihr werden vor allem Prämiensteigerungen und intransparente Tarifgestaltung vorgeworfen. Vor dem Hintergrund der Finanzkrise wird zudem die Zukunftsfähigkeit des kapitalgedeckten Systems der PKV infrage gestellt. Ziel des Artikels ist es, die entscheidenden Probleme der heutigen PKV aufzuzeigen und mögliche Lösungen zu präsentieren. Das grundlegende Problem des heutigen Systems ist der fehlende Wettbewerb um Bestandskunden. Durch die fehlende bzw. unzureichende Übertragbarkeit der Altersrückstellungen sind Versicherte, insbesondere mit Vorerkrankungen, nach kurzer Zeit bei ihrer Versicherung eingesperrt. Auch die Übertragung durchschnittlicher Altersrückstellungen löst dieses Problem nicht. Vielmehr bedarf es der Übertragung individuell prospektiver Altersrückstellungen, um einen effizienten Wettbewerb um alle Versicherten unabhängig von deren Risiko zu ermöglichen. Dieses System wird im Artikel ausführlich erläutert und mögliche Einwände analysiert.

Abstract

The German private health insurance system is frequently criticised for rising premiums and intransparent tariffs. Furthermore the current capital cover system is put into question due to the financial crisis. The article will highlight the problems of the current system and present adequate measures to solve them. The fundamental problem of the German private health insurance system is the lack of competition due to lock-in effects: Since ageing provisions are not transferred, insureds, and here especially high risk insureds, cannot switch insurers without negative economic consequences. The transfer of average provisions does not solve this problem either. An efficient competition between insurers can only be achieved if insureds can switch insurers without detriment. This is possible by transferring individual prospective ageing provisions which are adjusted to the individual health risk of the insureds. The article outlines this system and analyses frequent objections to the transfer of individual ageing provisions.