Gesundheitswesen 2014; 76(04): 193-197
DOI: 10.1055/s-0033-1347217
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Mundgesundheit von berufstätigen und nicht berufstätigen Frauen – Ergebnisse einer regionalen Untersuchung und Umfrage

Oral Health Conditions in Women with or without Occupation – Results from a Regional Examination and Survey
V. Ehlers*
1   Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
,
I. Willershausen*
1   Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
,
V. Weyer
2   Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
,
T. Leskov-Hamza
1   Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
,
F. Lampe
1   Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
,
B. Willershausen
1   Poliklinik für Zahnerhaltungskunde, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
› Author Affiliations
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Publication History

Publication Date:
18 June 2013 (online)

Zusammenfassung

Ziel:

In der vorliegenden Studie sollte der Mundgesundheitszustand sowie Mundhygienemaßnahmen bei berufstätigen und nichtberufstätigen Frauen untersucht und miteinander verglichen werden. Neben einer zahnärztlichen Untersuchung wurden mittels Fragebogen sowohl Mundhygienemaßnahmen als auch soziodemografische Daten erhoben.

Methode:

Für die Studie konnten insgesamt 415 Frauen (210 berufstätige und 205 nicht berufstätige Frauen) der Altersgruppe 25–65 Jahre erfasst werden. Bei allen Frauen erfolgte eine zahnärztliche Untersuchung einschließlich einer radiologischen Befundung (Panoramaschichtaufnahme). Die zahnärztliche Untersuchung beinhaltete Anzahl der Zähne, Karieshäufigkeit (DMFT-Wert), Art und Häufigkeit von Restaurationen, Mundhygienemaßnahmen (API), Entzündungsgrad der Gingiva (SBI), Sondierungstiefen und das Vorliegen von Rezessionen. Des weiteren wurde ein Fragebogen ausgefüllt, der Informationen zu anamnestischen Daten, Familiensituation, Bildungsstand und Berufstätigkeit beinhaltete. Für die Studie lag das positive Votum der Ethikkommission (Rheinland-Pfalz) vor.

Ergebnisse:

Die nicht erwerbstätigen Frauen/Hausfrauen (Alter: 38,1±9,7 Jahre) waren zu 90% verheiratet, nur zu 3% starke Raucherinnen und nur 2% hatten einen Hochschulabschluss. Berufstätige Frauen (Alter: 43,2±11 Jahre) waren zu 73% verheiratet, 17% waren starke Raucherinnen (>20 Zigaretten/Tag) und 10% hatten einen Hochschulabschluss. Die Mundhygienemaßnahmen der Berufstätigen waren im Vergleich zu den nicht erwerbstätigen Frauen tendenziell besser, jedoch hatten die berufstätigen Frauen vermehrt aggressive Parodontalerkrankungen (15% vs. 3,3%; p<0,027). In der logistischen Regression wiesen berufstätige Frauen im Gegensatz zu nicht Erwerbstätigen ein 4-fach erhöhtes Risiko auf, eine aggressive Parodontitis zu entwickeln (Odds Ratio 4,23; 95% KI: 0,77–23,17).

Schlussfolgerung:

Die Mundgesundheit von berufstätigen Frauen und Frauen ohne Erwerbstätigkeit zeigte leichte Unterschiede. Diese Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass Berufstätigkeit, Bildungsstand und Lebensstil der Frauen sowohl die oralen Pflegemaßnahmen als auch die Mundgesundheit beeinflussen.

Abstract

Aim:

In the present study oral health conditions and oral hygiene measures of women with and without occupation were examined and compared. In addition to a dental assessment, oral hygiene measures and socio-demographic data were collected by means of a questionnaire.

Method:

A total of 415 subjects (210 women with and 205 women without occupation) with an age range of 25–65 years were enrolled in this study. All women underwent a dental assessment, including a radiographic examination (orthopanthomogram). The dental assessment comprised the number of teeth, caries frequency (DMFT index), type and frequency of restorations, quality of oral hygiene (API), degree of gingival inflamma­tion (SBI), probing depths and the presence of recessions. In addition, a questionnaire, concerning anamnestic data and information about the familial situation, level of education and occupation, was filled in. The study was approved by the ethics commission (Rhineland-Palatinate).

Results:

Of the women without occupation (mean age: 38.1±9.7 years) 90% were married, only 3% were heavy smokers, and only 2% had a university degree. Of the working women (mean age: 43.2 ±11years) 73% were married, 17% were heavy smokers (> 20 cigarettes/day), and 10% had a university degree. Oral hygiene of the working women was slightly better than that in women without occupation; however, severe periodontal disease was seen more frequently in working women (15% vs. 3.3%; p<0.027). With respect to the periodontal situation, the probability of developing an aggressive periodontitis was with an odds ratio of 4.23 (95% CI: 0.77–23.17) considerably higher for the group of working women.

Conclusion:

The oral health of women with or without occupation differed slightly. These findings suggest that occupation, level of education and life style of the women have an influence on oral hygiene measures and on oral health.

* gleichberechtigte Erstautorenschaft.