Akt Neurol 2014; 41(01): 43-44
DOI: 10.1055/s-0033-1359973
Debatte: Pro & Kontra
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Interventionelle Therapie von symptomatischen intrakraniellen Gefäßstenosen – Kontra

Interventional Therapy of Symptomatic Intracranial Stenoses – Contra
O. C. Singer
1  Oberarzt der Klinik für Neurologie, Klinikum der Goethe Universität
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Publication Date:
12 February 2014 (online)

Kontra

Primär- oder sekundärprophylaktische Maßnahmen stellen immer eine Investition in die Zukunft dar, die in der Gegenwart mit unterschiedlichen Risiken (unerwünschte Medikamentenwirkungen, periinterventionelle Komplikationen) einhergehen. In kaum einem anderen Bereich der Medizin liegen Hoffnung (auf eine „gesündere Zukunft“) und Risiko (behindernder Schlaganfall, Tod) näher beieinander als bei der prophylaktischen, interventionellen Versorgung stenosierender Hirngefäße. Während wir bei rezent symptomatischen höhergradigen extrakraniellen A. carotis-Stenosen in Kenntnis der konsistenten Datenlage guten Gewissens unseren Patienten das Risiko einer Intervention (Karotis-Thrombendarteriektomie, Karotis-Stenting) zumuten können, fehlt uns bei symptomatischen intrakraniellen Stenosen spätestens seit der Publikation der SAMMPRIS-Studie hierzu die wissenschaftliche Grundlage.