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DOI: 10.1055/s-0037-1606032
Die Entwicklung der selbstberichteten Gesundheit und des Wohlbefindens in der Sekundarstufe: Eine Analyse individueller Wachstumskurven
Publikationsverlauf
Publikationsdatum:
01. September 2017 (online)
Fragestellung:
Bisher mangelt es an Studien, die die Entwicklung in der Gesundheit und dem Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen während der Schullaufbahn untersuchten. Der Beitrag hat zum Ziel 1) die Entwicklung in der Gesundheit und dem Wohlbefinden, sowie 2) differenzielle Effekte der Entwicklung der Gesundheit und des Wohlbefindens in Abhängigkeit der besuchten Schulform und der schulischen Leistung während der Sekundarstufe zu analysieren.
Methoden:
Die Datenbasis bildet das Nationale Bildungspanel (NEPS). In die Analysen flossen 22.600 Beobachtungen über fünf Beobachtungszeitpunkte von rund 6.570 SchülerInnen ein (5. bis 9. Klasse, 2010 – 2014). Unter Kontrolle des Geschlechts und des Migrationsstatus wurden lineare Wachstumskurvenmodelle für die selbstberichtete Gesundheit sowie das Wohlbefinden (Lebens- und Schulzufriedenheit) berechnet, sowie differenzielle Effekte für die besuchte Schulform (Gymnasium vs. Real-, Gesamt- und Hauptschulen) und die schulische Leistung (Schulnote in Deutsch und Mathematik) geprüft.
Ergebnisse:
In der 5. Klasse weisen SchülerInnen, die nicht das Gymnasium besuchen und schlechte Schulnoten aufweisen, eine signifikant schlechtere Gesundheitseinschätzung und ein geringeres Wohlbefinden. Im Verlauf der Sekundarstufe 1 verschlechtern sich die Gesundheitseinschätzung sowie das Wohlbefinden aller SchülerInnen. SchülerInnen, die eine andere Schulform als das Gymnasium besuchen, zeigen zudem stärkere Verschlechterungen, insbesondere im Wohlbefinden. Ein differenzieller Effekt im Zusammenhang mit den Schulnoten wird lediglich für die Schulzufriedenheit deutlich.
Schlussfolgerungen:
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass das Jugendalter eine vulnerable Phase für die Gesundheit und das Wohlbefinden darstellt. Gerade das Wohlbefinden der SchülerInnen erscheint besonders sensibel für die schulische Lernumwelt zu sein. Insbesondere die besuchte Schulform erweist sich als einflussreich und impliziert Rückschlüsse auf das dort erlebte Lernmilieu.