Gesundheitswesen 2017; 79(08/09): 656-804
DOI: 10.1055/s-0037-1606037
Workshops
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Partizipativ forschen für einen gesunden Stadtteil

P Wihofszky
1   Hochschule Esslingen, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Esslingen
,
S Layh
1   Hochschule Esslingen, Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Esslingen
,
M Jahnke
2   Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Hamburg
› Author Affiliations
Further Information

Publication History

Publication Date:
01 September 2017 (online)

 

Einleitung:

Der Hamburger Stadtteil Rothenburgsort (RBO) ist Modellstandort für eine Gesundheitsförderungs- und Präventionskette. Das Forschungsprojekt „Kommunale Entwicklung von Gesundheitsstrategien“ (KEG) untersucht den Auf- und Ausbau gesundheitsfördernder Strategien mittels partizipativer Ansätze. Im Fokus steht, wie sich die Zusammenarbeit in RBO bei nachlassender Resonanz nach gelungener Aufbauphase fördern lässt. Dazu wurde eine Forschungsgemeinschaft eingerichtet. Partner sind die Hamburgische Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung e.V., der Bezirk Hamburg-Mitte und die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz. KEG ist Teilprojekt des vom BMBF geförderten Forschungsverbundes PartKommPlus.

Methodik:

Zur Untersuchung der Forschungsfrage führte die Forschungsgemeinschaft 28 Interviews nach der Methode Appreciative Inquiry (AI) durch. Als ressourcenorientierte Methode eignet sich AI, Strukturen und Dynamiken von Zusammenarbeit zu verstehen und soziale Veränderungen zu fördern. Ein Leitfaden wurde gemeinsam entwickelt. Schulungsworkshops fanden statt. Bewohnerinnen des Stadtteils beteiligten sich als Mitforschende. Die Auswertung wurde computergestützt vorbereitet und orientierte sich am DEPICT-Modell partizipativer Forschung.

Ergebnisse:

Personelle Kontinuität ist im Auf- und Ausbau kommunaler Gesundheitsstrategien entscheidend. Fachkräfte benötigen für ihre Beteiligung Ressourcen. Parallelstrukturen funktionieren nicht – in RBO wurde die Zusammenarbeit im Rahmen der gesundheitsfördernden Strategie in ein bestehendes Netzwerk integriert. Es bedarf eines Dialogs mit der Bewohnerschaft. Es sollte mit Zielen begonnen werden, für die gute Erfolgsaussichten bestehen.

Schlussfolgerung:

AI ist eine passende Methode, um die Weiterentwicklung von kommunalen Gesundheitsförderungsstrategien zu befördern. Während der Auswertung fanden bereits Veränderungen statt. Eine Arbeitshilfe zur Beratung kommunaler Akteure ist im Entstehen.