Nervenheilkunde 2009; 28(12): 913-918
DOI: 10.1055/s-0038-1628701
Übersichtsartikel
Schattauer GmbH

Unterschiede in psychovulnerablen und psychoprotektiven Faktoren bei Depressiven

Ein Vergleich zu sonstigen psychisch erkrankten Patienten und nicht klinischen Probanden Teil III: StimmungPsychovulnerable und psychoprotective factors in depressivesCompared with other psychiatric patients and non-clinical controls: Part III Mood
K. Bühler
1  Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, Universität Würzburg
,
I. Eitel
1  Institut für Psychotherapie und Medizinische Psychologie, Universität Würzburg
› Author Affiliations
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Publication History

Eingegangen am: 18 November 2008

angenommen am: 20 April 2009

Publication Date:
24 January 2018 (online)

Zusammenfassung

Diese Studie soll klären, in welchen psychovulnerablen bzw. psychoprotektiven Stimmungsdimensionen sich depressive Patienten von parallelisierten anderen psychisch erkrankten Patienten sowie von parallelisierten nicht klinischen Probanden unterscheiden. Die Studie umfasst 165 Versuchspersonen. Zur Erfassung von Stimmung und Befindlichkeit bot sich die Eigenschaftswörterliste (EWL) und die Befindlichkeitsskala (Bfs) an. In der Varianzanalyse und den t-Tests für abhängige Stichproben ergeben sich zwischen den Patientengruppen und der nicht klinischen Kontrollgruppe höchst signifikante Mittelwertunterschiede in sämtlichen Stimmungsskalen außer Verträumtheit. Die beiden Patientengruppen (depressive und sonstige psychisch erkrankte Patienten) unterscheiden sich anhand des t-Tests für abhängige Stichproben in keiner der Skalen signifikant. Der Vergleich der Mittelwerte der BfS ergab für alle drei Skalen ein hochsignifikantes Ergebnis. Anhand des t-Tests für abhängige Stichproben ist analog der EWL ersichtlich, dass sich die depressiven und sonstigen psychisch erkrankten Patienten in den Skalen nicht signifikant voneinander unterscheiden und sich somit nur zwei homogene Untergruppen bilden lassen, in denen die Patienten (depressive und sonstige psychisch erkrankte Patienten) den gesunden Probanden gegenüber stehen. Hieraus ergeben sich therapeutische Folgerungen z. B. mit Autogenem Training (AT). Bereits nach einmaligem Üben des AT ergaben sich hochsignifikante positive Auswirkungen auf die Befindlichkeit.

Summary

The investigation should clarify which psychovulnerable and psychoprotective dimensions of mood distinguish between depressives and matched patients with other psychic disturbances as well as between matched non-clinical subjects. The overall study comprises 165 subjects. The scales of the “Adjective List” (EWL) and the “Mood-Scale” (BfS) were used to assess mood and state. Highly significant differences were shown by analysis of variance and t-test between the means of all scales regarding the patient groups on the one hand and the non-clinical controls on the other, except the scale “dreaminess” of EWL. The depressives and the patients with other psychic disturbances do not significantly differ. Therapeutic consequences were discussed.