Aktuelle Ernährungsmedizin 2019; 44(02): 141
DOI: 10.1055/s-0039-1684908
6) Klinische Ernährungsmedizin I: Prävention und Lebensstil
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Einfluss der mediterranen Ernährung auf die Darmbarriere bei Frauen mit erhöhtem Brustkrebsrisiko im Rahmen einer Lebensstil-Interventionsstudie (LIBRE)

M Kogel
1   Universität Hohenheim, Institut für Ernährungsmedizin, Stuttgart
,
J Beutel
1   Universität Hohenheim, Institut für Ernährungsmedizin, Stuttgart
,
B Seethaler
1   Universität Hohenheim, Institut für Ernährungsmedizin, Stuttgart
,
M Kiechle
2   Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Frauenklinik, München
,
SC Bischoff
1   Universität Hohenheim, Institut für Ernährungsmedizin, Stuttgart
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Publication History

Publication Date:
26 April 2019 (online)

 

Einleitung:

Frauen mit einer pathogenen Mutation im BRCA1/2-Gen haben ein erhöhtes Risiko an Brustkrebs zu erkranken. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass eine mediterrane Ernährung (MedE) sowie regelmäßige Bewegung mit einem verringerten Krebsrisiko einhergehen, wobei die zugrundeliegenden Mechanismen weitestgehend unverstanden sind. Die LIBRE-Studie untersucht als weltweit erste randomisierte klinische Studie Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität, MedE und dem Auftreten von erblich bedingtem Brustkrebs bei BRCA-Mutationsträgerinnen. Bisherige Studien deuten auf einen Zusammenhang zwischen der Darmbarriere und der Entstehung von verschiedenen Krebs-Entitäten hin. Hier soll anhand der Biomarker Albumin, Calprotectin und Zonulin untersucht werden, ob die Lebensstil-Intervention einen Einfluss auf die Darmbarriere hat.

Methoden:

In diese Vor-Auswertung wurden 257 der geplanten 660 Probandinnen der noch laufenden Studie einbezogen. In LIBRE werden sowohl im Vorfeld an Brustkrebs erkrankte, als auch nicht erkrankte Mutationsträgerinnen eingeschlossen. In der Interventionsgruppe (IG) wird ein strukturiertes Sport- und Ernährungsprogramm über 12 Monate durchgeführt. Die Kontrollgruppe (KG) erhält eine einmalige Schulung nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sowie zu den Vorteilen körperlicher Aktivität auf die Brustkrebsentstehung. Die Adhärenz zur MedE wird mithilfe des Mediterranean Diet Adherence Screener (MEDAS) zu Studieneinschluss (SE) sowie nach 3 Monaten (V1) erfasst. Die Biomarker werden mittels Enzyme-linked immunosorbent assays in Stuhlproben gemessen.

Ergebnisse:

Zu SE gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Albumin zeigte weder Verlaufs- noch Gruppenunterschiede. Die Zonulin-Konzentration sank zwischen SE und V1 sowohl in der KG (p = 0,019), als auch bei gesunden Probandinnen (p = 0,030). Zu V1 lag die Calprotectin-Konzentration in der IG niedriger als in der KG (p = 0,042). Die Subgruppenanalyse von Erkrankten Frauen zeigte höhere Calprotectin-Konzentrationen in der KG als in der IG (p = 0,033). Die Zonulin-und Calprotectin-Konzentrationen korrelierten negativ mit dem MEDAS Score (p < 0,001 bzw. p = 0,048).

Fazit:

Es sind günstige Veränderungen der Darmbarriere-Biomarker im Studienverlauf sowie Unterschiede zwischen erkrankten und gesunden Probandinnen zu erkennen. Eine höhere Umsetzung der MedE scheint mit einer Verbesserung der Darmbarriere einherzugehen, was sich günstig auf die Brustkrebsentstehung auswirken kann.