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DOI: 10.1055/s-0041-1732180
Frühe Hilfen aus Sicht der Praxispädiatrie. Ergebnisse aus der Forschung des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen
Einleitung Seit 2007 werden in Deutschland flächendeckend Netzwerke und Angebote der Frühen Hilfen aufgebaut. Von Beginn an suchten die Frühen Hilfen den engen Schulterschluss mit niedergelassenen Kinderärztinnen und -ärzten: Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit kann dazu beitragen, jungen Familien mit psychosozialem Hilfebedarf einen stigmatisierungsarmen Zugang zu einer passenden frühzeitigen Unterstützung, beispielsweise einer Familienhebamme, zu eröffnen. Dieses Anliegen der Kinder- und Jugendhilfe stieß zunächst auf Skepsis seitens der Ärztinnen und Ärzten. Inwieweit hat sich diese Anfangssituation inzwischen verändert?
Methoden Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen evaluiert seit 2007 den Ausbau der Frühen Hilfen in Deutschland. 2017 wurde ein repräsentativer Querschnitt niedergelassener Kinderärztinnen und -ärzte zu Möglichkeiten und Grenzen der Versorgung psychosozial belasteter Familien in der pädiatrischen Praxis befragt.
Ergebnisse In der Praxispädiatrie zeichnet sich eine massive Veränderung der Einstellung gegenüber den Frühen Hilfen ab: Obwohl es deutliche Hinweise auf Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Kommunikation und Kooperation gibt, hat sich eine positive Grundhaltung gegenüber den Frühen Hilfen inzwischen durchgesetzt. Frühe Hilfen werden zunehmend als Chance begriffen, zum Wohle der jungen Familie, zusätzlich zur medizinischen Versorgung, eine psychosoziale Unterstützung zu gewährleisten.
Fazit Die sektorenübergreifende Zusammenarbeit ist essentiell für das Gelingen einer erfolgreichen psychosozialen Versorgung junger Familien mit Hilfebedarf. Die Studienergebnisse sind sehr ermutigend. Gleichwohl gibt es Anhaltspunkte für zukünftigen Entwicklungsbedarf.
Publikationsverlauf
Artikel online veröffentlicht:
02. September 2021
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