Drug Res (Stuttg) 2017; 67(S 01): S23-S24
DOI: 10.1055/s-0043-118158
Symposium der Paul-Martini-Stiftung
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Neuroprotektive Ansätze bei der antidepressiven Behandlung

Isabella Heuser
Direktorin der Klinik für Psychiatrie an der Charité Universitätsmedizin Berlin, Campus Benjamin Franklin
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Publication Date:
25 October 2017 (online)

Die Unipolare Depression ist mit einer Prävalenz von 8,1% und einer Lebenszeitprävalenz von über 10% in Deutschland eine der häufigsten psychischen Erkrankungen [1]. Trotz effektiver medikamentöser und nicht-medikamentöser Therapieoptionen führt die Standardtherapie bei gut einem Drittel aller Patienten nicht zum gewünschten Erfolg; dies gilt gleichermaßen für pharmako- wie psychotherapeutische und deren Kombinationsstrategien [2]. Diese als „therapierefraktär“ bezeichnete Gruppe zeichnet sich durch eine nach mindestens zwei konventionellen Behandlungsversuchen persistierende, klinisch relevante Symptomatik aus. Hierbei gilt, dass eine Residualsymptomatik, d. h. fehlende vollständige Remission, mit einer deutlich schlechteren Prognose hinsichtlich Rückfallrisiko, somatischen Symptomen und einer langfristigen sozioökonomischen Beeinträchtigung einhergeht [3]. Auch stellen depressive Episoden einen Risikofaktor für spätere demenzielle und/oder Herzkreislauferkrankungen wie KHK, Herzinfarkt, ischämischen Hirninsult sowie für das Metabolische Syndrom dar [4].