CC BY-NC-ND 4.0 · Geburtshilfe Frauenheilkd 2017; 77(12): 1299-1303
DOI: 10.1055/s-0043-119687
GebFra Science
Review/Übersicht
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Mykoplasmen und Ureaplasmen in der Urogynäkologie – ein systematischer Review

Article in several languages: English | deutsch
Nina Combaz-Söhnchen
1  Abteilung Frau und Kind, Spital Sitten, Sitten, Schweiz
,
Annette Kuhn
2  Urogynäkologie Frauenklinik, Inselspital, Bern, Schweiz
› Author Affiliations
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Publication History

received 01 July 2017
revised 12 September 2017

accepted 13 September 2017

Publication Date:
18 December 2017 (online)

Zusammenfassung

Die im Urogenitaltrakt relevanten Mykoplasmen sind Mycoplasma hominis, Mycoplasma genitalium und Ureaplasma urealyticum. Ihr Vorkommen wurde bei urogynäkologischen Krankheiten bereits bei der Urethritis, Zystitis und bei oberen Harnwegsinfekten erwiesen. Ihre Beteiligung an der Entstehung der hyperaktiven Blase sowie der interstitiellen Zystitis/beim Bladder Pain Syndrome wird kontrovers diskutiert. Alle genannten Erreger können sowohl als einfache Kommensalen als auch als potenziell pathogene Keime vorkommen. In den meisten Fällen kann ihre Verantwortlichkeit für die jeweilige Pathologie nur vermutet und nicht bewiesen werden. Ziel dieses systematischen Reviews ist es, den aktuellen Wissensstand zum Einfluss von Mykoplasmen und Ureaplasmen auf urogynäkologische Pathologien bei Frauen zusammenzufassen und dem Kliniker Anhalt zu geben, wann und wie die Erregersuche indiziert ist und wie die Keime behandelt werden sollten. 377 gefundene Artikel wurden zu dieser Fragestellung analysiert. Fazit: Bei steriler symptomatischer Leukozyturie, chronischer Urethritis sowie bei Verdacht auf hyperaktive Blase oder interstitielle Zystitis/Bladder Pain Syndrome sollte ein Urethraabstrich mit PCR-Analyse auf die 3 Keime durchgeführt werden. Die Therapie sollte bei symptomatischen Frauen nur nach Antibiogramm erfolgen.