Gesundheitswesen 2025; 87(S 01): S30-S31
DOI: 10.1055/s-0045-1801950
Abstracts │ BVÖGD, BZÖG, DGÖG, LGL
01.04.2025
Umweltmedizin
11:30 – 13:00

Geruchsbeschwerden in Innenräumen – Auswertung von Daten zu VOC-Vorkommen und Quellensuche

A Daniels
1   Umweltbundesamt Berlin,; Abteilung Umwelthygiene,; Fachgebiet Innenraumhygiene, gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung
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In den letzten Jahren ist die Zahl der Beschwerden der Bürgerinnen und Bürger über unangenehme Gerüche in Innenräumen stetig gestiegen. Häufig führen Gerüche auch zur Besorgnis über mögliche gesundheitliche Wirkungen.

Die Ursachen für Gerüche in Innenräumen sind vielfältig. Teilweise kann die Zunahme der Beschwerden durch die höhere Luftdichtheit der Gebäudehülle, infolge einer energieeffizienten Bauweise, erklärt werden. In vielen Fällen kann die Quelle für die Geruchsbelastung aber auch nicht ermittelt werden. Um dennoch mögliche Quellen identifizieren zu können, wurde die Idee verfolgt, Innenraumquellen auf substanzspezifischer Ebene zu ermitteln. Eine genauere Statistik über die Anwesenheit bestimmter flüchtiger organische Substanzen in geruchsauffälligen Räumen gibt es bisher nicht.

Um Aussagen über mögliche Stoffe treffen zu können, die auf Quellen hinweisen, wurden im Rahmen eines Forschungsvorhabens eine umfangreiche Datenbank zum Vorkommen von VOC (VOC = volatile organic compounds; flüchtige organische Verbindungen) in Innenräumen und geruchsbezogene Angaben neben weiteren Parametern herangezogen [1, 2]. VOC-Messungen im Zusammenhang mit Geruchsbeschwerdefällen verfolgen das Ziel, die Ursache des Geruchs auf der stofflichen Ebene herauszufinden. Im Idealfall können Stoffe identifiziert werden, die für die Geruchsbildung verantwortlich sind und Rückschlüsse auf die Quelle erlauben.

Zu diesem Zweck wurden die Daten der VOC-Datenbank anhand von geruchsbezogenen Fragestellungen ausgewertet [3]. Es wurde untersucht, inwieweit sich das Vorkommen von VOC in geruchsauffälligen und nicht geruchsauffälligen Räumen unterscheidet, welche Quellen für Gerüche in Innenräumen auftreten und mit welchen stofflichen Auffälligkeiten sie einhergehen.

Das Projekt näherte sich aus zwei Richtungen der Identifikation von Geruchsstoffen: zum einen statistisch ausgehend von der VOC-Datenbank, zum anderen analytisch ausgehend von Fallbeispielen.

Aufgrund der langen Zeiträume, die Menschen in Innenräumen verbringen (80-90 % der Gesamtzeit), spielen diese eine wichtige Rolle für die Exposition des Menschen gegenüber Umwelteinflüssen. Lebensqualität ist ohne eine hohe Aufenthaltsqualität in Gebäuden undenkbar.



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Article published online:
11 March 2025

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