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DOI: 10.1055/s-0045-1801959
Strukturelle Beteiligung des Gesundheitsamtes der Stadt Köln am Kooperationsprojekt anonymer Krankenschein Köln
Hintergrund: Das Gesundheitsamt Köln verfügt über eine Vielzahl medizinischer Sprechstundenangebote die (auch) die Zielgruppe der Menschen ohne Zugang zur Regelversorgung aufgrund nicht vorhandener Krankenversicherung adressiert. In diesen Sprechstunden kommen die behandelnden Fachärzt*innen immer wieder an Grenzen der Versorgungsmöglichkeiten. Diese können sowohl diagnostisch wie auch therapeutisch sein.
In vielen Kommunen haben sich in den vergangenen Jahren Projekte zur Finanzierung von Gesundheitsversorgung von Menschen ohne Krankenversicherung etabliert. Im Rahmen eines befristeten Projektes wurde dies auch für Köln erarbeitet – hier in besonders enger Zusammenarbeit zwischen den Trägern, die die Zielgruppe in beratenden Angeboten erreichen, und den bestehenden medizinischen Angeboten der Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung und dem Gesundheitsamt der Stadt Köln.
Im Vorfeld wurde im Rahmen der konzeptionellen Arbeit ein Vorgehen erarbeitet, welches explizit die bereits bestehende gut ausgebaute Hilfsstruktur für Menschen ohne Zugang zur Regelversorgung in Köln nutzt und bestehende Ressourcen nicht ersetzt. Die Finanzierung erfolgt über kommunale Mittel und konnte befristet für die Jahre 2023 und 2024 umgesetzt werden. Am 01.07.23 ist das Projekt mit Laufzeit bis 31.12.2024 gestartet.
Methoden: Die Auswertung der Zahlen des Projektes mit einer Gesamtlaufzeit von 18 Monaten wird präsentiert und in Zusammenhang mit den Fallzahlen der verschiedenen medizinischen Angebote im Gesundheitsamt Köln gestellt.
Diskussion: Durch das Projekt Anonymer Krankenschein Köln gab es im Rahmen der Projektlaufzeit die Möglichkeit, die im Kontext Subsidiärversorgung durch den ÖGD und ehrenamtlich organisierten Strukturen erreichten Patient*innen bei weitergehendem diagnostischen oder therapeutischen Bedarf in das Regelsystem zu vermitteln.
Es hat sich gezeigt, dass eine sehr enge Vernetzung von Beratung und Medizin sinnvoll und zielführend ist. Insbesondere die Perspektive aus den verschiedenen medizinischen Bereichen im ÖGD hat zu einer zielgerichteten Erweiterung der Kooperationsstruktur, beispielsweise mit Blick auf Substitution, geführt. In einigen Fällen konnte der Übergang in die reguläre Krankenversicherung erreicht werden, was immer primäres Ziel für eine langfristig gute medizinische Versorgung der Menschen ist.
Insgesamt ist es gelungen, die bestehenden Strukturen zu stärken und die Versorgung der Menschen damit deutlich zu verbessern.
Publication History
Article published online:
11 March 2025
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