Gesundheitswesen 2025; 87(S 01): S77
DOI: 10.1055/s-0045-1802045
Abstracts │ BVÖGD, BZÖG, DGÖG, LGL
03.04.2025
Postersitzung KJGD
11:00 – 12:30

Gesunde Schulen für eine gesunde Zukunft – Einführung von Schulgesundheitsfachkräften zur Stärkung der integrativen Gesundheitsförderung im Landkreis Teltow-Fläming

M Donath
1   Gesundheitsamt Teltow-Fläming, Luckenwalde
,
R Lehmann
1   Gesundheitsamt Teltow-Fläming, Luckenwalde
› Institutsangaben
 

Hintergrund: Schulgesundheitsfachkräfte fungieren als Bindeglied zwischen Schule, Eltern und dem Gesundheitssystem, um eine ganzheitliche Betreuung von Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten. Sie sind spezialisierte Gesundheitsfachkräfte, die direkt an Schulen tätig sind und die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen, insbesondere in den Altersgruppen 6 bis 18 Jahren, fördern und schützen. Ihre Hauptaufgaben umfassen die erste Hilfe bei akuten Gesundheitsproblemen, die Überwachung chronischer Erkrankungen, die Durchführung von Präventionsprogrammen sowie die Unterstützung bei psychischen und sozialen Problemen. In zahlreichen Ländern sind sie ein fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Das Gesundheitsamt Teltow-Fläming plant, sechs Schulgesundheitsfachkräfte mit Unterstützung des ÖGD-Paktes an ausgewählten Schulen des Landkreises zu etablieren.

Ziel und Methodik: Das Projekt zielt darauf ab, die gesundheitlichen Voraussetzungen für schulisches Lernen zu verbessern, Krankheitsfälle zu reduzieren und den Zugang zu Gesundheitsressourcen im Setting Schule zu erleichtern. Das Poster visualisiert den Implementierungsprozess der Schulgesundheitsfachkräfte und beleuchtet die Vorteile sowie die Herausforderungen, denen das Gesundheitsamt im bisherigen Verlauf des Projekts begegnete. Die Methodik umfasst Interviews mit relevanten Akteuren, die Auswertung früherer Evaluationsberichte und den Erfahrungsaustausch mit der Arbeiterwohlfahrt und langjährig tätigen Schulgesundheitsfachkräften. Zudem werden die gefundenen Lösungsansätze präsentiert, um anderen Städten und Kreisen eine Nachnutzung zu erleichtern.

Herausforderungen: Die größten bisher identifizierten Hürden bildeten finanzielle und organisatorische Fragen, eine uneinheitliche Akzeptanz der Schulgesundheitsfachkräfte, Rollenunklarheiten und Schwierigkeiten bei der Integration in das bestehende Schulsystem. Außerdem wurde die langfristige Wirksamkeit als kritisch bewertet.

Ausblick: Bis Mai 2025 sollen sechs Schulgesundheitsfachkräfte an ausgewählten Schulen des Landkreises etabliert sein. Um die Nachhaltigkeit des Projekts zu sichern, wird eine fortlaufende Finanzierung angestrebt, und es werden Pläne für eine Erweiterung des Modells auf weitere Schulen im Landkreis geprüft. Das Projekt soll potenzielle Lösungsansätze für andere Landkreise bieten, die ähnliche Ansätze zur Stärkung der Gesundheitsförderung in Schulen implementieren möchten.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
11. März 2025

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