Sportverletz Sportschaden 2003; 17(1): 39-43
DOI: 10.1055/s-2003-38589
Kasuistik
© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Die Grenzen der Sonographie in der Diagnostik der Achillessehnenteilruptur im Muskelsehnenübergang anhand einer Kasuistik

Limitations of Sonography in the Diagnosis of Partial Ruptures of the Achilles Tendon in the Musculo-Tendinous Junction: A Case ReportC.-E.  Heyde1, 3 , R.  Kayser1 , D.  Jungmichel2 , C.  Melzer2
  • 1Klinik für Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie mit Querschnittgelähmtenzentrum, Zentralklinik Bad Berka
  • 2Waldkrankenhaus Bad Düben, Fachkrankenhaus für Orthopädie
  • 3Traumazentrum Berlin-Brandenburg e.V., Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Benjamin Franklin (Chefarzt Prof. Dr. W. Ertel)
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Publication History

Publication Date:
11 April 2003 (online)

Einleitung

Nach genauer Anamnese und klinischer Untersuchung wird die Sonographie von vielen Autoren als Untersuchungsverfahren der ersten Wahl zur Abklärung von Pathologien an der Achillessehne angegeben, wenn hochauflösende Schallköpfe verwendet werden und der Untersucher die erforderliche Erfahrung hat [4] [8] [17]. Vorteile der Sonographie, wie geringe Kosten und die größere Verfügbarkeit kommen als weitere Gesichtspunkte hinzu [12]. Totalrupturen sind klinisch und sonographisch gut zu diagnostizieren [4]. Partialrupturen sind sonographisch schwieriger darzustellen [17]. Das Verfahren stößt vor allem an Grenzen, wenn degenerative Vorschädigungen der Sehnen vorliegen und wenn es sich um die Differenzierung von intratendinösen degenerativen Pathologien zu veralteten Partialrupturen handelt [8] [13] [30]. Dies betrifft besonders den distalen und proximalen Übergangsbereich. Hier ist die MRT hilfreich, mit der ein vom Untersucher unabhängiges, hochauflösendes Verfahren zur Verfügung steht, welches in unklaren Fällen in der Lage ist, Achillessehnenpathologien sicher zu diagnostizieren [22] [27]. Bei einer Hochleistungssprintsportlerin mit einer Ruptur im Sehnenspiegel des proximalen Muskelsehnenüberganges zeigte sich, dass die klinische Untersuchung und Sonographie die Pathologie nicht ausreichend sicher identifizieren konnten, was zu einer Verzögerung des Heilungsverlaufes führte. Erst die durchgeführte MRT-Untersuchung zeigte die Pathologie. Aufgrund dieses Befundes wurde die Sportlerin operiert und konnte nach einer 12-wöchigen Rehabilitationsphase wieder schrittweise in den maximalen Trainingsbereich reintegriert werden.

Literatur

Dr. med. Christoph-E. Heyde

Traumazentrum Berlin-Brandenburg e.V., Klinik für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Universitätsklinikum Benjamin Franklin

Hindenburgdamm 30

12200 Berlin

Email: Ceheyde@aol.com

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