Aktuelle Ernährungsmedizin 2004; 29(6): 319-322
DOI: 10.1055/s-2004-828512
Originalbeitrag
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Ernährungstherapie im Alter: Einflussmöglichkeiten bei guter Gesundheit und Krankheit

Nutritional Interventions in Healthy and Sick ElderlyR.  Lenzen-Großimlinghaus1
  • 1Evangelisches Krankenhaus für Geriatrie, Potsdam
Nach einem Vortrag bei der Tagung Ernährung, Diätetik, Infusionstherapie (edi 2004): Geriatrie in Berlin vom 20. - 21.2.2004
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Publication Date:
22 November 2004 (online)

Zusammenfassung

Die Anpassungsfähigkeit des alternden Organismus an Über- und vor allem Unterernährung ist eingeschränkt. Daher ist das Risiko der Mangelernährung im Alter stark erhöht. Die Ernährungstherapie in der Geriatrie folgt immer einem Stufenschema, bei dem die orale Ernährung die Basis darstellt. Orale Supplemente können den Ernährungszustand verbessern. Die körperliche Leistungsfähigkeit kann jedoch nur durch gleichzeitige Aktivierung gesteigert werden. Die geistige Leistungsfähigkeit kann im Alter nicht durch die Ernährung positiv beeinflusst werden. Enterale Ernährung in der Geriatrie wird erst nach Ausschöpfung aller oralen Maßnahmen eingesetzt. Eine strenge, individuelle Indikationsstellung für die enterale Ernährung ist immer notwendig! Bei klarer Indikation sollte die enterale Ernährung frühzeitig und langfristig zur Sicherung/Verbesserung von Ernährungszustand und Selbstständigkeit des alten Patienten erfolgen, wobei eine bedarfsdeckende Nährstoff- und Flüssigkeitszufuhr sicherzustellen ist. Enterale Ernährung darf nicht zur alleinigen Pflegeerleichterung eingesetzt werden!

Abstract

The aging human organism shows reduced adaptation capacity following over- or underfeeding. Thus, risk of malnutrition in the elderly is significantly increased. Nutritional interventions follow a stepwise scheme with oral feeding at its basis. Oral supplements can improve nutritional status of elderly people; however, muscle strength and physical capacity can only be increased by concomitant exercise. Mental capacity cannot positively be influenced by a diet. Enteral nutrition in the elderly is necessary when oral nutrition fails to guarantee sufficient nutrient intake. Administration of nutrients via percutaneous endoscopic gastrostomy must always be determined individually. Enteral feeding, then, should be provided as early as possible and not only for a short period of time since the metabolism in the elderly needs longer time of recompensation. The aim of enteral feeding is to improve nutritional status and independent living. The specific needs of fluid and nutrients have to be provided with care. Enteral feeding is definitely not indicated to simply facilitate health care.

Literatur

PD Dr. Romana Lenzen-Großimlinghaus

Evangelisches Krankenhaus für Geriatrie Potsdam

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