Aktuel Ernahrungsmed 2005; 30(1): 34-38
DOI: 10.1055/s-2004-834618
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Mangelernährung in der Tiroler Bevölkerung

Untersuchungen bei Krankenhauspatienten und bei Patienten außerhalb des KrankenhausesMalnutrition in AustriaTyrolic Analysis in Indoor and Outdoor PatientsJ.  M.  Hackl1
  • 1Abteilung für Grundlagen der Medizin/Ernährungsmedizin an der Privaten Universität für Medizinische Informatik und Technik Tirol (UMIT), Innsbruck
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Publication Date:
03 February 2005 (online)

Zusammenfassung

Die Normalbevölkerung Österreichs weist laut österreichischem Ernährungsbericht in über 35 % einen BMI über 25 kg/m2 auf, das Untergewicht (BMI unter 20,5 kg/m2) stellt nach diesem Bericht kein wesentliches Problem dar. Eine Fehlernährung kommt bei Personen in Alters-/Pflegeheimen und bei Krankenhauspatienten relativ häufig vor, für die Alten- und Pflegeheime fehlen noch entsprechende Daten. Im Krankenhaus müssen über 30 % als mangelernährt bezeichnet werden, höher liegt der Anteil bei gewissen onkologischen Erkrankungen (bis 82 %). Eine rechtzeitige und valide Methodik zur Erfassung einer Mangelernährung (auch bei überernährten Personen) muss gefunden werden, um eine adäquate Ernährungstherapie durchführen zu können. Es werden Diagnoseinstrumente (SGA, INS, NRS 2002) diskutiert, die eine differenzierte Beurteilung einer Fehlernährung (Über- und Unterernährung) erlauben. In einzelnen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass der BMI kein valider Parameter zur Erkennung einer Mangelernährung ist. Der Prätest nach Kondrup et al. erweist sich als relativ sensitiver Test (95 %) für die Mangelernährung, wobei die Überernährung zu wenig beachtet wird.

Abstract

About 35 % of the Austrian population have a BMI above 25 kg/m2; underweight (BMI below 20.5 kg/m2) does not seem to represent any significant problem. Malnutrition is frequently observed in individuals in homes for the aged and nursing homes and also in hospitalized patients, but precise data on residents in such homes are lacking. In hospitals, over 30 % of patients must be designated as undernourished; this percentage is higher among oncological patients (up to 82 %). Timely and valid data on malnutrition (which includes not only undernutrition but also overnutrition) must be gathered in order to carry out adequate nutritional therapy. Instruments for establishing diagnosis of malnutrition (SGA, INS, NRS 2002) will be discussed that enable differential assessment of malnutrition (over and undernourishment). In our investigation BMI is not a valide parameter to recognize malnutrition. The test of Kondrup et al. (NRS 2002) seems to be a relative sensitive test (about 95 %) for recognition malnutrition.

Literatur

Univ.-Prof. Dr. Johann Michael Hackl

Abteilung für Grundlagen der Medizin an der Privatuniversität UMIT, Innsbruck

Innrain 98

6020 Innsbruck · Österreich

Email: johann.hackl@uibk.ac.at