Gesundheitswesen 2025; 87(07): 451-453
DOI: 10.1055/a-2588-8200
Editorial

Irren ist menschlich – 50 Jahre Psychiatrie-Enquete

Authors

  • Helmut Brand

  • Manfred Wildner

„Irren ist menschlich“ ist der eingängige Titel eines Lehrbuchs der (Sozial-)Psychiatrie, welches 1978 erstmals von Klaus Dörner und Ursula Plog herausgegeben wurde und zwischenzeitlich seine 25. Auflage mit über 400 000 verkauften Exemplaren erreicht hat [1]. Es behandelte viele der zentralen Ansätze und Impulse, welche als Ergebnisse der Psychiatrie-Enquete des Bundes 1975 veröffentlicht wurden [2] [3]. Was es mit der Psychiatrie-Enquete auf sich hat? „Enquete“ stammt aus dem Französischen und bedeutet „Untersuchung“. In einem politischen Kontext ist eine Enquete-Kommission ein parlamentarisches Gremium, das eingesetzt wird, um eine umfassende Untersuchung zu einem spezifischen Thema vorzunehmen – wie so oft sind es erst Krisen bzw. die Wahrnehmung von unhaltbaren Zuständen als solche, welche eine Entwicklung zum Besseren ermöglichen. Die Psychiatrie-Enquete, welche 1971 vom Deutschen Bundestag eingesetzt wurde, beschäftigte sich mit den Zuständen in der Psychiatrie und den Missständen in psychiatrischen Einrichtungen. Sie führte zu einer breiten Diskussion über die Reform der Psychiatrie und insbesondere auch zur Ausbildung einer Sozialpsychiatrie in Deutschland.



Publication History

Article published online:
14 July 2025

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