Gesundheitswesen 2024; 86(S 02): S120
DOI: 10.1055/s-0044-1781907
Abstracts | BVÖGD, BZÖG, DGÖG
26.04.2024
Umweltmedizin – Postersitzung 08:00 – 10:00 | Saal X.7

Auf dem Weg zum HAP 2.0: Evaluation des Mannheimer Hitzeaktionsplans nach zwei Jahren Umsetzungsphase

S. Müller
1   Stadt Mannheim, Jugendamt und Gesundheitsamt, R1,12, Mannheim
,
A. Idler
2   Stadt Mannheim, Klima, Natur, Umwelt, Technisches Rathaus, Mannheim
,
S. Busalt
1   Stadt Mannheim, Jugendamt und Gesundheitsamt, R1,12, Mannheim
,
C. Brüggemeier
1   Stadt Mannheim, Jugendamt und Gesundheitsamt, R1,12, Mannheim
,
G. Pins
2   Stadt Mannheim, Klima, Natur, Umwelt, Technisches Rathaus, Mannheim
,
K. Rensing
2   Stadt Mannheim, Klima, Natur, Umwelt, Technisches Rathaus, Mannheim
,
P. Schäfer
1   Stadt Mannheim, Jugendamt und Gesundheitsamt, R1,12, Mannheim
,
N. Oster
1   Stadt Mannheim, Jugendamt und Gesundheitsamt, R1,12, Mannheim
› Author Affiliations
 
 

    Hintergrund: Der Mannheimer Hitzeaktionsplan (HAP) wurde im Oktober 2021 durch den Gemeinderat beschlossen und befindet sich seit Februar 2022 in der Umsetzung. Global gesehen war der Sommer 2023 der heißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Aktuelle Prognosen gehen für Baden-Württemberg von einem Temperaturanstieg von 3 bis 4°C bis 2040 aus. Hitzeschutz nimmt in der politischen Diskussion auf allen Ebenen inzwischen einen deutlich höheren Stellenwert ein als noch vor zwei Jahren. Diese geänderten Rahmenbedingungen sowie der immanente Verlauf der HAP-Umsetzung legen eine grundsätzliche Evaluation des Mannheimer HAP nahe.

    Ziele: Ziel der Arbeit ist es, die Ergebnisse der Evaluation der bisherigen Umsetzung des Mannheimer HAP projektimmanent als auch im Vergleich zu anderen Hitzeaktions- bzw. Hitzeschutzplänen zu beschreiben.

    Methode: Auf Grund der Komplexität und Weiterentwicklung der Inhalte von HAP ist sowohl eine projektimmanente als auch nach extern vergleichende Evaluation notwendig. Die projektimmanente Evaluation identifiziert im Rahmen von Workshops und interner SOLL-IST-Analysen fördernde und hemmende Faktoren sowie die Wirkweite des HAP in die Stadtgesellschaft hinein. So können Anpassungsbedarfe im Bereich der Zielgruppen, Maßnahmen und Strukturen abgeleitet werden. Zur Evaluation im Vergleich mit anderen HAP werden parallel bundesweit Pläne und Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung identifiziert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse in Anlehnung an Kuckartz analysiert und anschließend mit dem Mannheimer HAP verglichen.

    Erwartete Ergebnisse: Bislang konnten über 50% der Maßnahmen des Mannheimer HAP auf Ebene der Stadtverwaltung bereits umgesetzt werden. Jedoch ist die Wirkweite in die Stadtgesellschaft hinein bei vielen Maßnahmen noch nicht ausreichend. Es wird erwartet, dass sich Förder- und Hemmfaktoren auf Ebene der kommunalen Verwaltung im Rahmen der projektimmanenten Evaluation gut erfassen lassen, auf der häufig verwaltungsextern gelegenen Wirkebene aber schwer zu erfassen sein werden. Es zeichnet sich ab, dass für verschiedene Zielgruppen des HAP sehr ähnliche Maßnahmen erforderlich sind, so dass voraussichtlich Zielgruppen zusammengefasst werden können. Des Weiteren wird die Notwendigkeit eines einheitlichen Datenerhebungskonzeptes, mit dem Erfolgsindikatoren für die Umsetzung des HAP vergleichbar möglich werden, deutlich. Aus der Evaluation im Vergleich zu HAP anderer Kreise wird erwartet, dass sich hieraus ein umfassender Good-Practice-Katalog für HAP ableiten lässt, anhand dessen auch andere HAP evaluiert werden können.


    Publication History

    Article published online:
    10 April 2024

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