Zusammenfassung
Die Fusionsbreite wurde am Synoptophor mit aniseikonischen Bildpaaren (verschieden
große, aber gleiche Zeichnungen) gemessen. Bei 5 Versuchspersonen wurde jeweils am
rechten Auge die Akkommodationsfähigkeit durch Zykloplegie ausgeschaltet. Um die gemessenen
Fusionsbreiten bei Bildpaaren mit und ohne Aniseikonie vergleichen zu können, wurde
eine von der Fusionsbreite unabhängige Größe, die prozentuale Fusionsbreite, eingeführt.
Die experimentell gefundenen Relationen zwischen Aniseikonie, Exzentrizität der Bildkanten
und der prozentualen Fusionsbreite werden durch ein mathematisches Modell beschrieben.
Sowohl die experimentellen Ergebnisse als auch die mathematische Näherung zeigen,
dass eine nur geringfügige Aniseikoniezunahme bei größeren Bildobjekten (>5°) zu einer
raschen Abnahme der Fusionsbreite und im Grenzfall zu Diplopie führt. Diese Ergebnisse
sind in guter Übereinstimmung mit den bei optimal korrigierten, einseitig Aphaken
gefundenen Aniseikonietoleranzwerten.
Summary
The fusion amplitude of image pairs with aniseikonia was measured using the Synoptophore.
Aniseikonia was produced in five subjects by alteration of slide drawings. The subject's
right eye was in cycloplegia after paralysis with cycloplegic eye drops. To compare
these measurements with aniseikonic pictures to those using the same image pairs without
aniseikonia the fusion amplitude achieved was expressed as a percentage of the aniseikonia-free
fusion amplitude. The relation between aniseikonia, eccentricity of the image borders
and percent fusion amplitude was described using a mathematical approach. The experimental
results reveal that a minimal increase in overall aniseikonia with greater eccentricities
(>5°) leads to a rapid decrease in the fusion amplitude and the occurrence of diplopia.
The aniseikonia tolerance level of images with greater eccentricities achieved experimentally
and theoretically are in good agreement with results found in unilaterally aphakic
patients.