Gesundheitswesen 2014; 76(01): 19-25
DOI: 10.1055/s-0033-1333729
Originalarbeit
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Gesundheitsverhalten und Änderungen im Gesundheitsverhalten – welche Relevanz haben Bildung und Schicht?

Health Behaviour and Changes in Health Behaviour – Are Education and Social Status Relevant?
T. Altenhöner
1   Fachbereich Sozialwesen, Fachhochschule Bielefeld
,
M. Philippi
1   Fachbereich Sozialwesen, Fachhochschule Bielefeld
2   Department Gesundheit und Pflege, Fakultät für Sozialwissenschaften, Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Saarbrücken
,
J. Böcken
3   Bertelsmann Stiftung, Gütersloh
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Publication History

Publication Date:
19 February 2013 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund:

Individuelles Gesundheitsverhalten gilt als eine wichtige Determinante für die gesundheitliche Situation. Ein gesünderer Lebensstil trägt substanziell zu einer besseren Gesundheit bei. Angehörige von gesundheitlich stärker belasteten unteren sozioökonomischen Schichten könnten davon besonders profitieren. Bislang ist jedoch noch nicht umfassend geklärt, inwieweit sich Bildung und Schicht auf Änderungen im Gesundheitsverhalten auswirken und welche Motive dabei eine Rolle spielen.

Methodik:

Anhand der querschnittlichen Daten der 7. Welle des Gesundheitsmonitors der Bertelsmann Stiftung (N=1 436) wurde die Bedeutung von Schicht und Bildung für Gesundheitsverhalten und Verhaltensänderungen untersucht.

Ergebnisse:

Bildungsstand und Schichtzugehörigkeit stehen im Zusammenhang mit spezifischem Gesundheitsverhalten. Hinsichtlich Änderungen im Gesundheitsverhalten in den 12 Monaten vor der Befragung zeigten sich dagegen keine schicht- oder bildungsspezifischen Effekte. Das Alter, der Gesundheitszustand sowie Ängste und Wünsche in Bezug auf die eigene Gesundheit scheinen wichtige Gründe für die Änderung des gesundheitsbezogenen Verhaltens darzustellen.

Schlussfolgerung:

Interventionen zur Förderung gesunder Lebensstile sollten schichtspezifisch differierende gesundheitsschädliche Verhaltensweisen berücksichtigen und auf die persönlichen Motive zur Verhaltensänderung eingehen.

Abstract

Background:

Individual health behaviour counts as an important factor for health status. A healthier lifestyle substantially contributes to better health. People burdened with lower health and with lower socio-economic status could benefit notably. So far it is not known exhaustively to what extent education and social status contribute to changes in health behaviour and which motifs play a decisive role.

Methods:

Based on cross-sectional data from the seventh wave of the “Gesundheitsmonitor”, Bertelsmann Foundation, (n=1 436), the influence of social status and education on health behaviour and changes in behaviour was analysed.

Results:

Specific health behaviour correlates with level of education and socio-economic status. In contrast, regarding health behaviour changes in the last 12 months prior to survey, no social class- or education-specific effect was found. Age, health status as well as fears and wishes in relation to health seem to be important causalities for changes of health-related behaviour.

Conclusion:

Interventions to foster healthy lifestyles should include class differences in specific health-related behaviour and personal reasons for behavioural changes.