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CC BY 4.0 · Gesundheitswesen
DOI: 10.1055/a-2750-5002
Original Article

Ärztliche Schulung zu Klimawandel und Gesundheit: Evaluation eines Online-Lernformats für die ambulante Versorgung

Article in several languages: English | deutsch

Authors

  • Stefanie Stark

    1   Allgemeinmedizinisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Germany
  • Merle Klanke

    1   Allgemeinmedizinisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Germany
  • Claudia Quitmann

    2   Institute of Global Health (HIGH), Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Germany
  • Jessica Nieder

    2   Institute of Global Health (HIGH), Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Germany
  • Alina Herrmann

    2   Institute of Global Health (HIGH), Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg, Germany
    3   Institut für Allgemeinmedizin, Uniklinik Köln, Köln, Germany
  • Jörg Lindenthal

    4   QuE, Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz, Nürnberg, Germany
  • David Shimada

    4   QuE, Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz, Nürnberg, Germany
  • Veit Wambach

    4   QuE, Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz, Nürnberg, Germany
  • Fabio Alvarez

    5   Lehrstuhl für Regionalen Klimawandel und Gesundheit, Universität Augsburg, Augsburg, Germany
  • Irena Kaspar-Ott

    5   Lehrstuhl für Regionalen Klimawandel und Gesundheit, Universität Augsburg, Augsburg, Germany
  • Elke Hertig

    5   Lehrstuhl für Regionalen Klimawandel und Gesundheit, Universität Augsburg, Augsburg, Germany
  • Susann Hueber

    1   Allgemeinmedizinisches Institut, Universitätsklinikum Erlangen, Erlangen, Germany
 

Zusammenfassung

Hintergrund

Der Klimawandel wirkt sich zunehmend auf die Gesundheit der Bevölkerung aus und stellt die ambulante Versorgung vor neue Herausforderungen. Ärztinnen und Ärzte benötigen hierfür spezifische Bildungsangebote. Im Rahmen des Projekts AdaptNet („Anpassung der haus- und spezialisiert fachärztlichen Versorgung auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels“) wurde eine Online-Schulung zu Klimawandel und Gesundheit entwickelt, um wichtige Grundkenntnisse zu klimawandelbedingten Gesundheitsrisiken und Anpassungsstrategien für die ärztliche Praxis zu vermitteln. Ziel dieser Studie war es, die Schulung hinsichtlich Verständlichkeit, Anwendbarkeit und ihrer inhaltlichen Relevanz zu evaluieren.

Methode

Die Schulung wurde als Online-Lernformat bereitgestellt. Die Evaluation erfolgte durch einen Mixed-Methods-Ansatz mit 23 Haus- und spezialisierten Fachärztinnen und -ärzten aus dem Raum Nordbayern. Die Datenerhebung umfasste einen standardisierten Online-Fragebogen sowie strukturierte Gruppendiskussionen. Die Analyse basierte auf dem Consolidated Framework for Implementation Research und kombinierte qualitative Inhaltsanalyse mit quantitativer deskriptiver Auswertung.

Ergebnisse

Die quantitative Auswertung ergab, dass die Schulung als verständlich, praxisrelevant und gut strukturiert bewertet wurde. Die Teilnehmenden empfanden Umfang und die Bearbeitungsdauer der Schulung als angemessen. Als besonders positiv wurde die multimediale Gestaltung hervorgehoben. Die qualitativen Ergebnisse zeigten eine hohe Sensibilisierung für klimawandelbedingte Gesundheitsrisiken und einen wahrgenommenen Mehrwert für die ärztliche Praxis. Die Schulung stieß bei den Teilnehmenden auf großes Interesse und wurde als inhaltlich relevant für die ambulante Versorgung eingeschätzt. Die flexible Integration des Online-Formats in den Arbeitsalltag wurde als vorteilhaft betrachtet. Kritische Anmerkungen betrafen die fehlende Möglichkeit zum interaktiven Austausch sowie den Wunsch nach zusätzlichen regionalen Anpassungen der Schulungsinhalte.

Schlussfolgerung

Klimawandel und Anpassung werden in der ärztlichen Praxis als relevante Themen erkannt und lassen sich durch die entwickelte Online-Schulung praxisnah und wirksam im ambulanten Sektor vermitteln. Eine regionale Anpassung der Schulungsinhalte erscheint sinnvoll, um klimatische und gesundheitliche Herausforderungen gezielter adressieren zu können. Online-Formate können sich dabei als geeignete Instrumente zur Wissensvermittlung erweisen.


Hintergrund

Der Klimawandel stellt eine der zentralen gesundheitlichen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts dar. Die ambulante medizinische Versorgung ist dabei zunehmend mit hitzebedingten Erkrankungen, Atemwegsproblemen und vektorübertragenen Infektionen konfrontiert, die im Zusammenhang mit häufigeren Extremwetterereignissen und Umweltveränderungen stehen [1]. Angesichts dieser Entwicklungen empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Maßnahmen zur Stärkung der Resilienz von Gesundheitssystemen zu ergreifen. Diese Empfehlung spiegelt sich auch in nationalen Strategien wider, wie der 2008 verabschiedeten Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel sowie dem im Jahr 2024 in Kraft getretenen Bundes-Klimaanpassungsgesetz [2] [3]. Trotz dieser politischen Rahmenbedingungen ist das deutsche Gesundheitssystem bislang eher unzureichend auf die gesundheitlichen Folgen des Klimawandels vorbereitet, insbesondere im Hinblick auf die Versorgung vulnerabler Bevölkerungsgruppen wie ältere Menschen, chronisch Erkrankte oder sozial benachteiligte Personen [4] [5] [6]. Frühzeitige und präventive Maßnahmen auf Ebene der haus- und spezialisierten fachärztlichen Versorgung spielen eine zentrale Rolle, um klimabedingte Gesundheitsrisiken abzumildern und unnötige Hospitalisierungen zu vermeiden. Hierfür sind jedoch fundierte Kenntnisse über klimabezogene Gesundheitsfolgen sowie praxistaugliche Anpassungsstrategien erforderlich [7]. Aktuelle Studien zeigen, dass es niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten häufig an geeigneten Schulungsformaten, evidenzbasierten Leitlinien und anwendungsorientierten Werkzeugen zur Umsetzung klimawandelbezogener Anpassungen fehlt [8] [9] [10]. Um die ambulante Versorgung klimaresilienter zu gestalten, besteht daher dringender Handlungsbedarf im Bereich der ärztlichen Aus-, Fort- und Weiterbildung.

Im Rahmen des Projekts AdaptNet („Anpassung der haus- und spezialisiert fachärztlichen Versorgung auf die gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels“) wird ein praxisorientierter Werkzeugkoffer zur Klimawandelanpassung für die ambulante Versorgung entwickelt [11] [12]. Die Werkzeuge sollen haus- und spezialisiert fachärztliche Praxen bei der Umsetzung präventiver Anpassungsmaßnahmen sowie bei der frühzeitigen Erkennung und Behandlung klimabedingter Gesundheitsfolgen unterstützen. Die Werkzeuge sollen eine niedrigschwellige Integration klimabezogener Gesundheitsaspekte in den Praxisalltag ermöglichen und somit einen Beitrag zur Stärkung der Klimaresilienz im ambulanten Bereich leisten. Ein zentrales Element des Werkzeugkoffers ist eine ärztliche Online-Schulung zu Klimawandel und Gesundheit. Der vorliegende Artikel beschreibt die Evaluation der entwickelten Schulung hinsichtlich ihrer Verständlichkeit, Anwendbarkeit und inhaltlichen Relevanz.


Methode

Entwicklung und didaktisches Konzept der Online-Schulung

Die Entwicklung der Schulung „Klimawandel und Gesundheit“ [13] orientierte sich am partizipativ-iterativen Vorgehen des Intervention Mappings [14]. Als Grundlage diente eine umfassende Literaturrecherche sowie eine quantitative Bedarfsanalyse (Online-Fragebogen), die von April bis Mai 2023 durchgeführt wurde. Dabei wurden Ärztinnen und Ärzte (n=67) haus- und spezialisiert fachärztlichen ambulanten Praxen zu Anforderungen an eine klimawandelgerechte Versorgung und zu notwendigen Anpassungsmaßnahmen im ambulanten Bereich befragt [15]. Die Analyse lieferte relevante Erkenntnisse und Bedarfe, die unter anderem als Grundlage für die ersten Entwürfe und die Auswahl der Schulungsmaterialien durch das Universitätsklinikum Heidelberg (AH, JN, CQ) dienten. Zur Gewährleistung einer praxisnahen und zielgruppengerechten Ausgestaltung wurden die Entwürfe basierend auf Rückmeldungen von Haus- und spezialisierten Fachärztinnen sowie -ärzten (u. a. Innere Medizin, Kardiologie, Endokrinologie, Chirurgie und Psychosomatische Medizin) des Gesundheitsnetzes Qualität und Effizienz (QuE) Nürnberg [16] überarbeitet und weiterentwickelt. Die entwickelte Schulung zielt darauf ab, die Relevanz des Klimawandels für die ambulante medizinische Versorgung aufzuzeigen und konkrete, praxisnahe Anpassungsmöglichkeiten für ärztliche Praxen zu vermitteln. Die didaktische Struktur orientiert sich an der Taxonomie kognitiver Lernziele nach Bloom et al. (1956) [17] und kombiniert Wissensvermittlung mit praxisnahen, anwendungsorientierten Inhalten. Inhaltlich basiert die Schulung auf dem Curriculum „Klimawandel und Gesundheit“ der Bundesärztekammer (2022) [18] sowie auf bestehenden, erprobten Schulungsmaterialien, darunter das Format „Klimawandel – Was ändert sich für die Patientenversorgung?“ [19] des Universitätsklinikums Heidelberg (AH, CQ, JN) und Analysen des Lehrstuhls für Regionalen Klimawandel und Gesundheit der Universität Augsburg (IKO, FA, EH) [4] [20] [21].

Zur weiteren Ausgestaltung wurden wissenschaftlich und teils klinisch tätige Expertinnen und Experten aus relevanten Fachgebieten eingebunden, die unter anderem Kurzvideos und Literaturhinweise beitrugen. Die Inhalte wurden systematisch aufbereitet, durch Quizfragen und Reflexionsaufgaben ergänzt und fachlich validiert. Das Schulungskonzept folgt einem selbstgesteuerten, zeitlich flexiblen Lernansatz, der auf die Bedürfnisse von Ärztinnen und Ärzten im Berufsalltag zugeschnitten ist. Reflexionsaufgaben unterstützten den Praxistransfer, indem sie die Teilnehmenden anregten, bestehende Routinen zu hinterfragen und neue Inhalte in ihre Arbeit zu integrieren. Die Schulung wurde als Online-Kurs auf der Plattform HIGH-edu.courses kostenfrei bereitgestellt, einem MOOC-Angebot (Massive Open Online Course) des Heidelberger Institute of Global Health [22]. Sie ist modular aufgebaut, auf eine Dauer von etwa 90 Minuten ausgelegt und gliedert sich in drei thematische Module, die jeweils mehrere Einheiten umfassen:

Modul 1 – Überblick und Grundlagen:

  • Planetary Health, Klimawandel und Gesundheit: Einführung in das Konzept Planetary Health und die zentralen Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Gesundheit

  • Gesundheitliche Auswirkungen des Klimawandels: Überblick über zentrale gesundheitliche Folgen sowie Anpassungsstrategien im Gesundheitssystem; ergänzt durch Ergebnisse aus dem Projekt AdaptNet zu Wahrnehmungen bei Ärztinnen und Ärzten

  • Regionale Klimarisiken für die Gesundheit: Darstellung spezifischer regionaler Gesundheitsrisiken durch den Klimawandel (z. B. Hitzebelastung, Pollenflug)

Modul 2 – Medizinische Vertiefungen:

  • Hitze: Relevante Gesundheitsrisiken durch Hitze und praktische Anpassungsstrategien für die ambulante Versorgung

  • Allergien: Zusammenhang zwischen Klimawandel und Allergiegeschehen

  • Infektionskrankheiten: Themenblock zu klimabedingten Veränderungen bei Infektionsrisiken

  • Psychische Gesundheit: Klimawandelbezogene Belastungen und psychische Erkrankungen

Modul 3 – Weitere Angebote und Informationen:

  • Zusammenfassung zentraler Inhalte und Reflexion

  • Der AdaptNet-Werkzeugkoffer zur Anpassung an den Klimawandel

  • Klimaschutz in Praxen

Jedes Kapitel besteht aus einem Einführungsteil, einem Abschnitt mit Basiswissen sowie optionalen Vertiefungen. Zur Wissensvermittlung kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz, darunter Videos, Fachtexte, wissenschaftliche Artikel sowie visuelle Übersichten (z. B. Tabellen, Abbildungen). Am Ende jedes Kapitels ermöglichen Quizfragen eine individuelle Wissensüberprüfung ([Abb. 1]).

Zoom
Abb. 1 Beispiel-Quizfrage nach Abschluss eines Kapitels.

Evaluation der Online-Schulung

Die Entwicklung und Anwendung aller Werkzeuge wurde durch eine vom Universitätsklinikum Erlangen (StSt, SH, MK) durchgeführte formative Prozessevaluation begleitet, die sich am Rahmenmodell von Hulscher et al. [23] sowie an den Empfehlungen des Medical Research Council [24] orientierte. Ziel war es, auf Basis der aktiven Einbindung und Rückmeldungen der beteiligten Ärztinnen und Ärzte eine kontinuierliche Überarbeitung und kontextspezifische Anpassung der Werkzeuge zu ermöglichen. Ein zentrales Element dieser Prozessevaluation stellte die Evaluation der Online-Schulung dar, die zwischen April und September 2023 durchgeführt wurde. Insgesamt nahmen 23 Haus- und spezialisierte Fachärztinnen sowie -ärzte des Gesundheitsnetzes QuE Nürnberg an der Schulung teil und testeten diese. Die Teilnehmenden wurden über bestehende Kontakte sowie durch direkte Ansprache durch QuE gewonnen, unter anderem über deren Newsletter und Informationsveranstaltungen des Netzwerks. Für ihre Teilnahme erhielten sie eine finanzielle Vergütung sowie Fortbildungspunkte im Rahmen der ärztlichen Weiterbildung (CME). Die Evaluation erfolgte mithilfe eines Mixed-Methods-Ansatzes in zwei Phasen: (1) unmittelbar nach Abschluss der Schulung durch einen standardisierten Online-Fragebogen (Online- Anh. 1), (2) im September 2023 im Rahmen strukturierter Beobachtungen eines ärztlichen Qualitätszirkels zur gemeinsamen Reflexion der Inhalte.

Die Analyse orientierte sich dabei am theoretischen Rahmen des Consolidated Framework for Implementation Research (CFIR) [25], das Erfolgsfaktoren und Hindernisse bei der Implementierung von Gesundheitsinstrumenten entlang mehrerer Dimensionen erfasst. Die gewonnenen Erkenntnisse flossen direkt in die Weiterentwicklung der Schulungsinhalte und -methodik ein und ergänzten die formative Evaluation um konkrete Hinweise zur Umsetzbarkeit in der ärztlichen Praxis:

  • Intervention characteristics beziehen sich auf Merkmale des Instrumentes selbst, wie den Inhalt, und wurden in der Evaluation der Schulung auf die Innovation und den Inhalt übertragen (z. B. Schulungsinhalte und deren Neuartigkeit).

  • Inner setting beschreibt die internen Strukturen, die die Umsetzung beeinflussen, und wurde in der Evaluation auf die Struktur, das Format und die Umsetzbarkeit der Schulung angewendet (z. B. Gestaltung, praktische Anwendbarkeit).

  • Outer setting bezieht sich auf äußere Faktoren, wie Vorgaben und Bedürfnisse, und wurde auf den Bedarf und die Übertragbarkeit der Schulung angewendet (z. B. Bedarf an der Schulung, Möglichkeit ihrer Übertragung auf andere Kontexte und Zielgruppen).

  • Characteristics of individuals umfassen die Merkmale der beteiligten Personen, wie ihre Motivation, Mehrwert und die Annahmefähigkeit des Instrumentes, die in unserer Evaluation ebenso übertragen wurden (z. B. wahrgenommener Nutzen für die Teilnehmenden).


Online-Fragebogen

Der Online-Fragebogen wurde vom Universitätsklinikum Erlangen (StSt, SH, MK) entwickelt und mittels REDCap (Research Electronic Data Capture) bereitgestellt [26]. Die Software wurde für die Programmierung des Fragebogens sowie zur anonymen Datenerfassung und -verwaltung genutzt [27]. Zu Beginn des Fragebogens wurden die Teilnehmenden über die Freiwilligkeit der Teilnahme, das Datenschutzkonzept und die Speicherung der anonym erhobenen Daten informiert. Der Fragebogen wurde auf Basis der Inhalte der Online-Schulung entlang der Dimensionen des CFIR erstellt und innerhalb des Projektteams auf seine Verständlichkeit getestet. Im Pretest wurden mithilfe der Thinking-aloud-Methode [28] Unklarheiten besprochen und Items angepasst. Der Fragebogen beinhaltet insgesamt 33 Fragen, die sich auf fünf Abschnitte verteilen:

  1. Bewertung von Inhalt und Format der Schulung anhand einer fünfstufigen Likert-Skala (1=trifft überhaupt nicht zu, 5=trifft voll und ganz zu)

  2. Bewertung der Medien anhand einer fünfstufigen Likert-Skala (1=überhaupt nicht hilfreich, 5=sehr hilfreich)

  3. Geschlossene Fragen zu Dauer und Umfang der Schulung

  4. Offene Fragen zu weiteren Anregungen

  5. Demografische Angaben (Geschlecht, Berufserfahrung in Jahren, Art der ärztlichen Praxis).

Die Bezeichnung des/der Haus- und spezialisierten Fachärztin/-arzt wurde aus datenschutzrechtlichen Gründen und zur Vermeidung von Rückschlüssen nicht abgefragt.


Gruppendiskussion

Nach Abschluss der Pilotphase wurde die Schulung mit den Ärztinnen und Ärzten, angelehnt an das Format eines 60-minütigen World-Cafés [29], reflektiert und diskutiert (Online-Anh. 2). Die strukturierte Beobachtung [30] der Gruppendiskussion erfolgte anhand eines vom Universitätsklinikum Erlangen (StSt, SH, MK) entwickelten Beobachtungsleitfadens (Online-Anh. 3). Der Leitfaden wurde innerhalb des Projektteams mit der Thinking-aloud-Methode [28] auf Verständlichkeit getestet. Die 23 Teilnehmenden wurden in Kleingruppen an vier Tische mit jeweils fünf bis sechs Teilnehmenden aufgeteilt, die sich jeweils mit unterschiedlichen Dimensionen des CFIR beschäftigten:

  • Tisch 1 „Innovation und Inhalt“ (Intervention characteristics): Inhalte der Schulung die den Teilnehmenden besonders im Gedächtnis geblieben sind und welches Vorwissen bereits vorhanden war.

  • Tisch 2 „Bedarf und Übertragbarkeit“ (Outer setting): Schulungsbedarf, sowie Akzeptanz hinsichtlich zeitlicher und finanzieller Aspekte.

  • Tisch 3 „Struktur, Format und Umsetzbarkeit“ (Inner setting): Format der Schulung, deren mediale Gestaltung, sowie die Verfügbarkeit von Schulungsmaterialien.

  • Tisch 4 „Annahme und Mehrwert“ (Characteristics of individuals): Motivation der Teilnehmenden, wahrgenommene Relevanz und potenzieller Nutzen der Schulung.

Jeder Tisch wurde von ein bis zwei Personen des Projektteams (AH, JN, CQ, StSt, MK, SH) moderiert, wobei diese die Diskussion handschriftlich entlang des Beobachtungsleitfadens protokollierten. Es wurde darauf geachtet wichtige Aussagen möglichst wortgetreu festzuhalten. Auf eine Audioaufzeichnung der Gruppendiskussionen wurde verzichtet, um eine möglichst natürliche Gesprächsatmosphäre zu gewährleisten und potenzielle Verzerrungen durch ein erhöhtes Bewusstsein der Teilnehmenden für die Aufzeichnung zu vermeiden. Die Kleingruppendiskussionen dauerten 45 Minuten, danach wurden die Ergebnisse im Plenum zusammengetragen und ein abschließendes Feedback der Ärztinnen und Ärzte eingeholt.



Analyse und Bericht

Die Auswertung der quantitativen Daten wurde mittels deskriptiver Statistik mit IBM SPSS V.27 durchgeführt. Berichtet werden die Häufigkeitsverteilung, die Mittelwerte (M) und die Standardabweichungen (SD). Die Antworten des offenen Textfeldes wurden kategorisiert und tabellarisch zusammengefasst. Die Auswertung der qualitativen Daten wurde anhand qualitativer Inhaltsanalyse, angelehnt an Mayring [31], durchgeführt. Die Datensätze beider Erhebungen wurden entlang der Dimensionen des CFIR analysiert und interpretiert. Die Ergebnisse werden in Übereinstimmung mit den Richtlinien zur Berichterstattung von Ergebnissen internetbasierter Umfragen (CHERRIES) [32] und den konsolidierten Kriterien für die Berichterstattung qualitativer Forschung (COREQ) [33] präsentiert.


Ergebnisse

Stichprobe

Die Stichprobe ([Tab. 1]) umfasste 23 Teilnehmende. Die Berufserfahrung lag zwischen 20 und 41 Jahren. Etwa zwei Drittel (63,6%) waren weiblich und die Mehrheit der Teilnehmenden (60,9%) waren in einer Gemeinschaftspraxis tätig. Die Mehrheit der Ärzt*innen war in der Allgemeinmedizin oder Inneren Medizin tätig (80%).

Tab. 1 Stichprobenverteilung.

Variable

Kategorie

n

Teilnehmende

Gesamt

23

Mittelwert (M)

29,86

Berufserfahrung (Jahre)

Min

20,00

Max

41,00

Standardabweichung (SD)

6,359

Geschlecht

Weiblich

15 (63,6%)

Männlich

8 (36,4%)

Tätigkeitsort

Gemeinschaftspraxis

14 (60,9%)

Einzelpraxis

9 (39,1%)


Quantitative Ergebnisse

Innovation und Inhalt

Knapp zwei Drittel (65,2%) der Ärztinnen und Ärzte hatten bereits zuvor an einer ärztlichen Schulung zum Thema Klimawandel teilgenommen. Im Mittel stimmten die Teilnehmenden zu, dass die Inhalte der Schulung klar definiert waren (M=4,17, SD=0,491) und der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Gesundheit verständlich erklärt wurde (M=4,52, SD=0,511). Die Teilnehmenden gaben an, dass sie viel Neues zum Thema gelernt haben (M=3,74, SD=0,915), und die Schulung ihnen half, das Konzept Planetary Health besser zu verstehen (M=4,22, SD=0,422) ([Tab. 2]).

Tab. 2 Evaluationswerte (Mittelwert und Standardabweichung, Skala 1–5).

Bereich

Item

M

SD

Innovation und Inhalte

Inhalte der Schulung waren klar definiert.

4,17

0,49

Verbindung zwischen Klimawandel und Gesundheit war verständlich.

4,52

0,51

Ich habe viele neue Dinge gelernt.

3,74

0,92

Besseres Verständnis von Planetary Health.

4,22

0,42

Struktur, Format und Umsetzbarkeit

Online-Format war angemessen.

4,26

0,54

Struktur und Format waren nachvollziehbar.

4,30

0,64

Auswahl der Medien war angemessen.

4,26

0,54

Videos wurden am besten bewertet.

4,39

0,50

Bedarf und Übertragbarkeit

Lernziele wurden erreicht.

4,17

0,49

Relevanz für die ambulante Versorgung wurde verdeutlicht.

4,04

0,37

Gelerntes konnte in der Praxis angewendet werden.

4,30

0,64

Inhalte nützlich für die praktische Anwendung.

4,17

0,58

Akzeptanz und Mehrwert

Ich würde die Schulung weiterempfehlen.

4,17

0,58

Ich habe etwas Nützliches für meine ärztliche Praxis gelernt.

4,09

0,42

Die Schulung war zu anspruchsvoll (abgelehnt).

1,91

1,04

Kein Mehrwert für die Praxis (abgelehnt).

1,91

1,00


Struktur, Format und Umsetzbarkeit

Die Umsetzung der Schulung im Online-Format wurde als angemessen beurteilt (M=4,26, SD=0,541). Aufbau und Struktur wurden von knapp drei Viertel der Befragten als verständlich empfunden (M=4,30, SD=0,635). Die gewählten Medien (Videos, Grafiken, Tabellen) wurden als passend bewertet (M=4,26, SD=0,541). Die Videos wurden am besten bewertet (M=4,39, SD=0,499) ([Tab. 2]).

Der Umfang der Schulung wurde überwiegend positiv wahrgenommen, wobei 82,6% angaben, dass der Umfang genau richtig war und 17,4% dies verneinten. Letztere gaben an, dass die Schulung zu umfangreich war. Die Vertiefungsmaterialien wurden von 69,6% angeschaut und fanden diese ebenso informativ sowie 56,5% fanden diese hilfreich. Die Mehrheit (78,3%) empfand die Dauer der 90-minütigen Schulung als genau richtig, während 21,7% diese als zu lang bewerteten.


Bedarf und Übertragbarkeit

Die Schulung erfüllte die Erwartungen hinsichtlich der Lernziele (M=4,17, SD=0,491) und brachte den Teilnehmenden die Relevanz des Klimawandels für die hausärztliche Praxis nahe (M=4,04, SD=0,367). Ein Großteil der Teilnehmenden konnte sich vorstellen, das Gelernte in ihrer Praxis anzuwenden (M=4,30, SD=0,635). Die Schulungsinhalte wurden als nützlich für die praktische Anwendung empfunden (M=4,17, SD=0,576) ([Tab. 2]).


Annahme und Mehrwert

Die Mehrheit würde die Schulung weiterempfehlen (M=4,17, SD=0,576) und gab an, dass sie Sinnvolles für ihre ärztliche Tätigkeit gelernt haben (M=4,09, SD=0,417). Die Aussagen, dass die Schulung zu anspruchsvoll sei (M=1,91, SD=1,041) oder keinen Mehrwert für die Praxis biete (M=1,91, SD=0,996), wurden abgelehnt ([Tab. 2]).


Offenes Textfeld

Bezüglich Innovation und Inhalt der Schulung wurde besonders die multimediale Präsentation und die thematische Vielfalt positiv hervorgehoben. Bei Struktur, Format und Umsetzbarkeit gab es sowohl positive Rückmeldungen, als auch Verbesserungsvorschläge. Zu Bedarf und Übertragbarkeit wurden Anregungen zur Weiterverbreitung der Schulung und die Notwendigkeit zusätzlicher thematischer Inhalte genannt. Die Dimension Annahme und Mehrwert wurde im offenen Textfeld nicht thematisiert ([Tab. 3]).

Tab. 3 Übersicht der Antworten aus dem offenen Textfeld.

Dimension

Feedback

Antwort

n

Innovation und Inhalt

Positiv

Medien: Videos, Quiz, multimediale Präsentation; Material gut aufbereitet

7

Informationen: Ausführliche Informationen aus dem Blickwinkel von verschiedenen medizinischen Fachrichtungen

4

Gute Themen: Anpassungsmöglichkeiten von älteren Menschen; Vortrag zu Medikamenten; aktuelle Diskussionen und Fakten

3

Struktur, Format und Umsetzbarkeit

Positiv

Stil der Schulung: Belebend, abwechslungsreich, kompakt

3

Onlineformat: Möglichkeit, eigene Pausen zu setzen, in den Alltag integrierbar

2

Negativ

Medien: Mehr Videos; Tabellen in Videos teilweise zu klein, bei Vergrößerung Schrift nicht mehr lesbar

2

Struktur: Kurze Zusammenfassung und Resümee wäre hilfreich

2

Strukturierung: Einfachere Strukturierung der Kapitel

1

Anregung

Quizfragen: Die Beantwortung der Testfragen teils schwer zu interpretieren; Niveau unnötig hoch; Quizfragen störend; keine Lösungen vorhanden

3

Medien: Kleine Videospots zu Verhalten bei Hitze für Wartezimmer-TV zum Download

2

Materialien: Direkt verfügbare Materialien zum Download bzw. Links immer auf dem aktuellen Stand halten

2

Bedarf und Übertragbarkeit

Anregung

Handwerkszeug und Politisierung: Dringlicheres Ausrollen auf alle, nicht nur auf die vulnerablen Personen; mehr Handwerkszeug für Ärzte; Förderung der Politisierung bzw. Informationspflicht

2

Themen ergänzen: Wie der Klimawandel von Seiten der Ärzteschaft positiv beeinflusst werden kann; mehr zu verschiedensten Medikamenten und zum Thema Nachhaltigkeit

2

Annahme und Mehrwert



Qualitative Ergebnisse

Innovation und Inhalt

Die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte berichteten, dass die Schulung ein gemeinsames Verständnis von Klimawandel und Planetary Health förderte, sodass alle Beteiligten eine gemeinsame Grundlage für die Diskussion hatten. Besonders eindrücklich blieb ihnen die Dynamik des Klimawandels und seine weitreichenden Folgen für das Gesundheitswesen im Kopf. Die Notwendigkeit von Anpassungsmaßnahmen wurden hierdurch betont: „Anpassungen in der Versorgung, Behandlung und Praxis sind dringend notwendig!“ (I04). Die Teilnehmenden diskutierten intensiv die Medikamentenanpassung, die sie angesichts steigender Temperaturen als zunehmend wichtig einschätzten. Ein weiteres prägendes Thema war die Vektorenausbreitung und das vermehrte Auftreten neuer Krankheiten, die durch veränderte klimatische Bedingungen begünstigt werden. Insbesondere die Ausbreitung neuer Vektoren, wie Zecken oder der Asiatischen Tigermücke und die damit einhergehenden gesundheitlichen Risiken wurden als zentrale Herausforderungen thematisiert. Die Teilnehmenden gaben an, neue Erkenntnisse über die Ausbreitung von vektorbedingten Krankheiten erlangt zu haben.

Die Ärztinnen und Ärzte hoben besonders hervor, dass die Schulung konkrete Anpassungsmaßnahmen praxisnah vermittelte: „Es gab viele neue Inhalte , die gut auf den Punkt gebracht waren, vor allem die konkreten Anpassungsmaßnahmen“ (I20). Die Teilnehmenden erkannten zwar den Wert der Schulung für die Vermittlung von Basiswissen an, sahen jedoch zugleich Herausforderungen bei der praktischen Umsetzung der Anpassungsmaßnahmen. Viele lobten, dass die Schulung auch das Thema Nachhaltigkeit einbezog: „Wo können wir in der Praxis nachhaltiger werden? Ich finde das auch ein wichtiges Thema!“ (I08). Für die zunehmenden Herausforderungen durch klimatische Veränderungen im Gesundheitswesen wurden ebenfalls durch die Schulung sensibilisiert, so unter anderem die „Zunahme an Exsikkosen und an Krankenhauseinweisungen verursacht durch Hitze(I21). Die Schulung schärfte das Bewusstsein für bestehende Initiativen, und mehrere Teilnehmende zeigten sich positiv über deren Vielzahl überrascht. In diesem Zusammenhang hoben die Teilnehmenden auch das Projekt AdaptNet hervor, das sie als zeitgemäß und angesichts notwendiger Anpassungsmaßnahmen als besonders relevant einschätzten.


Struktur, Format und Umsetzbarkeit

Die Mehrzahl nahm das Online-Format sehr positiv auf und bevorzugten es, da es flexibel in den individuellen Arbeitsalltag integriert werden konnte: „Online war neben dem Praxisalltag gut umzusetzen, man konnte sein eigenes Tempo bestimmen“ (I05). Die Ärztinnen und Ärzte empfanden eine Präsenzveranstaltung als zu aufwendig, insbesondere wegen des Anfahrtswegs. Sie schätzten am Online-Format, dass es Pausen ermöglichte, da die Schulung mehr Zeit in Anspruch nahm als zunächst erwartet. Mehrere schätzten den Aufwand-Nutzen-Faktor der Schulung als positiv ein und empfanden auch die verwendete Plattform als benutzerfreundlich: „Die Schulung war gut strukturiert und didaktisch gut umgesetzt(I03). Positiv wurde hervorgehoben, dass die Teilnehmenden jederzeit auf Inhalte zurückgreifen konnten, um diese nachzulesen, während einzelne Kritik an den Quizfragen geäußert wurde, die teils nicht funktionierten, als zu schwer empfunden wurden und keine Auflösung boten. Hinsichtlich der Mediennutzung wurde die Mischung aus visuellen und auditiven Inhalten gelobt, insbesondere die Videos wurden als auflockernd empfunden. Einige bearbeiteten das Vertiefungsmaterial motiviert und vollständig, während andere den Aufwand als zu hoch empfanden und dieses entsprechend weniger nutzten: „Der Ehrgeiz bis zum Ende alle Materialien mitzumachen war da, aber der Aufwand war zu hoch“ (I12). Die Möglichkeit, die Schulungsmaterialien herunterzuladen, wurde als großer Vorteil gesehen. Viele Teilnehmende druckten die Unterlagen aus und wünschten sich zusätzlich ein kompaktes Handbuch (z. B. im PDF-Format) oder Handout für die Praxis.


Bedarf und Übertragbarkeit

Viele Ärztinnen und Ärzte schätzten den Bedarf an Schulungen zu Klimawandel und Gesundheit als hoch ein und betonten zugleich, dass diese regional ausgerichtet sein sollten – etwa hinsichtlich spezifischer Themen wie Hitze oder Medikamentenanpassung und abgestimmt auf die jeweilige Zielgruppe. Die Teilnehmenden betonten die Relevanz einer solchen Schulung nicht nur für Ärztinnen und Ärzte, sondern auch für medizinische Fachangestellte (MFA),Patientinnen und Patienten sowie für weitere Gesundheitsberufe (u. a. Pflegefachkräfte, Apothekerinnen und Apotheker). Die Schulungsinhalte sollten laut der Teilnehmenden in die Ausbildung für Medizinstudierende sowie für Ärztinnen und Ärzte in der Weiterbildung (ÄiWs) integriert werden. Auch Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, wie Schulen wurden als sinnvolle Zielgruppen genannt, um frühzeitig Bewusstsein für den Klimawandel und seine gesundheitlichen Folgen zu schaffen. Die Ärztinnen und Ärzte regten an, dass eine verpflichtende Implementierung einer solchen Schulung durch staatliche Gesundheitsbehörden erfolgen sollte: „Angebot und Pflicht einer solchen Schulung sollte vom Gesundheitsamt ausgehen“ (I18). Die Teilnehmenden zeigten deutlich, dass weder eine Aufwandsentschädigung noch CME-Punkte notwendig waren, um ihre Teilnahme an der Schulung zu sichern. Vielmehr äußerten sie den Wunsch, die Schulung kostenfrei für alle Zielgruppen zugänglich zu machen. Ihre Teilnahme basierte überwiegend auf intrinsischer Motivation.


Annahme und Mehrwert

Die Schulung schärfte bei den Teilnehmenden das Bewusstsein für die Dringlichkeit und Gefährlichkeit der Thematik, wie eine Person berichtete: „Es hat mich mitgerissen, aber auch Angst gemacht, wie gefährlich der Klimawandel ist“ (I02). Neben einer spürbaren emotionalen Betroffenheit nahmen die Teilnehmenden die Schulung auch als informativ und praxisrelevant wahr. Mehrere Personen hoben hervor, dass die Schulung keine Gelegenheit zum Austausch mit Kolleginnen und Kollegen bot. Gewünscht wurde eine interaktive Komponente innerhalb der Schulungsplattform, um Fragen zu stellen und sich miteinander zu vernetzen: „Im Nachgang wäre es toll gewesen, Fragen zu stellen oder sich nochmal austauschen zu können“ (I09). Die Ärztinnen und Ärzte schätzten die Schulung als hoch relevant für die Aufklärung und Weitergabe von Wissen ein. Als positiver Effekt wurde deshalb genannt, dass die Schulung die Argumentationssicherheit im Gespräch mit Patientinnen und Patienten stärkte und dabei half, das eigene Wissen gezielt zu festigen und zu vertiefen. Ihrer Ansicht nach sind fundierte Kenntnisse essenziell, um nicht nur Patientinnen und Patienten, sondern auch Kolleginnen und Kollegen sowie das Praxisteam sachgerecht informieren und aufklären zu können: „Wichtig, um Aufklärung betreiben zu können, hierzu braucht man fundiertes Wissen“ (I15). Teilnehmende berichteten, dass die Schulung sie zur Auseinandersetzung mit dem Thema Klimawandel anregte, ihr Bewusstsein dafür stärkte und auch im Praxisalltag, im Praxisteam und im privaten Umfeld zu weiterführender Reflexion führte. Die Ärztinnen und Ärzte griffen in der Diskussion mehrfach die wahrgenommenen Umweltveränderungen und die zunehmenden gesundheitlichen Belastungen auf: „Der Klimawandel hat Auswirkungen auf die Menschheit, wir müssen wirklich was tun“ (I22).




Diskussion

Die Ergebnisse der Evaluation verdeutlichen, wie hoch die Relevanz von Klimawandel und Anpassung in der medizinischen Praxis und ambulanten Versorgung bewertet wird und decken sich mit internationalen Befunden, die eine rasche Stärkung von Resilienz und Anpassungsfähigkeit der Gesundheitssysteme fordern [34]. Der wahrgenommene Schulungsbedarf wurde von den Teilnehmenden als hoch eingeschätzt. Entsprechend sprachen sie sich für eine stärkere Verankerung von Klima- und Anpassungsthemen in der medizinischen Fort- und Weiterbildung aus. Ein Anliegen, das die WHO als Schlüsselelement klimafester und zugleich emissionsarmer Gesundheitssysteme hervorhebt [35]. Auch eine Ausweitung auf weitere Gesundheitsberufe und Bildungseinrichtungen wurde empfohlen. Die Integration entsprechender Inhalte bereits in die Aus- und Weiterbildung wurde als essenziell für eine zukunftsfähige ambulante Versorgung unter den Bedingungen des Klimawandels betrachtet [36]. In Deutschland bietet die Integration von Planetary-Health-Lernzielen in NKLM/ÄApprO einen konkreten Rahmen, um entsprechende Kompetenzen curricular abzubilden [37]. Für die ambulante Praxis zeigen aktuelle Studien erhöhte Wahrnehmung und klare Erwartungen an Anpassungsmaßnahmen – zugleich aber Lücken in Wissen, Routine und Zuständigkeiten, was den Bedarf an gezielten Schulungs- und Implementierungsprogrammen unterstreicht [9].

Die teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte bewerteten das Thema Klimaanpassung als außerordentlich wichtig für die ambulante Versorgung und sahen in der Schulung ein zentrales Instrument, um diesem Bedarf gerecht zu werden. Die Inhalte wurden als praxisnah, verständlich und gut strukturiert wahrgenommen. Besonders hervorgehoben wurde, dass die Schulung auch zur Sensibilisierung für klimabedingte Gesundheitsrisiken beitrug und konkrete Ansätze zur Umsetzung präventiver Maßnahmen vermittelte. Internationalen Studien zeigen ebenfalls, dass gezielte Fortbildungen die Wahrnehmung von Klimarisiken im Gesundheitswesen erhöhen und die Handlungskompetenz stärken können [38]. Die Teilnehmenden bewerteten die Schulung als verständlich und gut strukturiert. Förderlich wurde die einfache Integration des Online-Formats in den Arbeitsalltag hervorgehoben. Unabhängig davon weisen weitere Studien darauf hin, dass digitale Formate gerade im Kontext des Klimawandels den Vorteil bieten, Inhalte schnell aktualisieren und flexibel an neue Entwicklungen anpassen zu können [39] [40].

Ferner plädierten die Teilnehmenden dafür, die Schulung im Falle einer breiteren Einführung an regionale Gegebenheiten anzupassen, um ambulante Praxen gezielt auf standortspezifische Auswirkungen des Klimawandels vorzubereiten. In der Literatur wird dieses Ergebnis durch Hinweise gestützt, dass klimatische Belastungen regional unterschiedlich ausgeprägt sind und daher differenzierte Inhalte erforderlich erscheinen [20]. Auch institutionelle Analysen, wie etwa der Bericht des Umweltbundesamtes zu Hitzeaktionsplänen in Deutschland, unterstreichen die Relevanz regional angepasster Maßnahmen. Entsprechend wird in aktuellen Arbeiten betont, dass eine differenzierte Ausgestaltung von Schulungsinhalten wesentlich zur gezielten Adressierung lokaler gesundheitlicher Herausforderungen beitragen kann [41] [42].

Stärken und Limitationen

Zu den Stärken zählen die strukturierte Evaluation nach dem CFIR und der Mixed-Methods-Ansatz, der eine differenzierte Analyse ermöglichte. Besonders hervorzuheben ist die aktive Einbindung der Ärztinnen und Ärzte, die in der Entwicklung und Testung beteiligt waren und gezielte Rückmeldungen zur Schulung gaben. Trotz kleiner Stichprobe (n=23) liefern die qualitativen Daten eine sinnvolle Ergänzung zu den quantitativen Ergebnissen, weshalb weitere Studien mit größeren, heterogeneren Stichproben zur Prüfung von Wirksamkeit und Übertragbarkeit empfohlen werden.

Eine Limitation besteht darin, dass ausschließlich Haus- und spezialisierte Fachärztinnen und -ärzte eines regionalen Gesundheitsnetzwerkes einbezogen wurden, in dem die Themen Klima und Gesundheit bereits thematisiert wurden, was eine Verzerrung durch erhöhte Klimasensibilisierung begünstigen könnte. Da die Gruppendiskussionen nicht aufgezeichnet wurden und zentrale Aussagen nur handschriftlich festgehalten werden konnten, sind ebenso subjektive Verzerrungen möglich. Zudem kann soziale Erwünschtheit nicht ausgeschlossen werden, da Vergütung und CME-Punkte gewährt wurden. Eine weitere Limitation ist, dass die Evaluation auf Relevanz und Anschlussfähigkeit aus Sicht der Teilnehmenden beschränkt war, eine evidenzbasierte Wirksamkeitsprüfung erfolgte nicht und bleibt zukünftigen Studien vorbehalten.


Schlussfolgerung

Diese Arbeit zeigt, dass Klimawandel und Anpassung in der ärztlichen Praxis und der medizinischen Versorgung als relevante Themen anerkannt werden und durch Online-Schulungen praxisnah vermittelt werden können. Die entwickelte Schulung stellt ein geeignetes Format dar, um Wissen zu klimabedingten Gesundheitsrisiken und Anpassungsstrategien im ambulanten Sektor zu fördern. Eine erfolgreiche Umsetzung erfordert verständliche, flexible Inhalte sowie die Berücksichtigung regionaler Besonderheiten und die frühzeitige Einbindung der Zielgruppe. Die Integration entsprechender Schulungen in medizinische Fortbildungsangebote kann einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Klimaresilienz im Gesundheitswesen leisten.


Ethik

Die Studie wurde von den Ethikkommissionen der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg (S-163/2023) und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (23-296-S/2023) genehmigt.


Nutzung von Daten

Anonymisierte Daten (quantitativ, qualitativ) sind nur auf begründete Anfrage bei den Studienleiterinnen und -leitern und nur für Forschungszwecke verfügbar. Die Studienleiterinnen und -leiter werden einen Analysevorschlag prüfen und dessen Übereinstimmung mit den wissenschaftlichen Zielen des AdaptNet-Projekts untersuchen.


Zusätzliche Daten und Informationen

Zusätzliche Daten (Anhang 1: RedCAP-Fragebogen, Anhang 2: World Café (Diskussionspunkte), Anhang 3: Beobachtungsleitfaden) verbunden mit diesem Artikel finden sich in der Online-Version. Zur Online-Schulung „Klimawandel und Gesundheit“ gelangen Sie über folgenden Link: https://high-edu.courses/courses/course-v1:HIGH+AdaptNet1+2024.2/course/


Erklärung der generativen KI im wissenschaftlichen Schreiben

Während des Schreibprozesses dieser Arbeit haben die Autorinnen und Autoren ChatGPT als grammatikalische Formulierungshilfe für einzelne Sätze verwendet. Nach der Nutzung dieses Tools haben die Autorinnen und Autoren den Inhalt überprüft sowie bearbeitet und übernehmen die volle Verantwortung für den Inhalt der Veröffentlichung.



Fördermittel

Innovationsfond des gemeinsamen Bundesausschusses — 01VSF22044



Conflict of Interest

Alina Herrmann and Claudia Quitmann have received honoraria for the design of training sessions on climate change–related topics within the framework of general practitioner training programs. Both are members of the Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG); this membership is not associated with any financial compensation. Alina Herrmann is the spokesperson for the Climate Change and Health section of the German Society for General Practice and Family Medicine (DEGAM); this position is also unpaid. All other authors declare no conflicts of interest.

Danksagung

Wir danken den Ärztinnen und Ärzten des Gesundheitsnetz Qualität und Effizienz Nürnberg herzlich für ihr engagiertes Mitwirken am AdaptNet-Projekt.

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Correspondence

Dr. Stefanie Stark
Universitätsklinikum Erlangen
Allgemeinmedizinisches Institut
Universitätsstraße 29
91012 Erlangen
Germany   

Publication History

Received: 25 June 2025

Accepted after revision: 20 October 2025

Accepted Manuscript online:
18 November 2025

Article published online:
23 February 2026

© 2026. The Author(s). This is an open access article published by Thieme under the terms of the Creative Commons Attribution License, permitting unrestricted use, distribution, and reproduction so long as the original work is properly cited. (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/).

Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany

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Fig. 1 Sample quiz question at the end of a chapter.
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Abb. 1 Beispiel-Quizfrage nach Abschluss eines Kapitels.