Klin Monbl Augenheilkd 2025; 242(08): 807-812
DOI: 10.1055/a-2650-7436
Übersicht

Katarakt-Operation und DMEK: welche OP zu welchem Zeitpunkt?

Artikel in mehreren Sprachen: English | deutsch
1   Klinik für Augenheilkunde, David J. Apple International Laboratory for Ocular Pathology und International Vision Correction Research Centre (IVCRC), Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Germany
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Maximilian Friedrich
1   Klinik für Augenheilkunde, David J. Apple International Laboratory for Ocular Pathology und International Vision Correction Research Centre (IVCRC), Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Germany
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Hyeck-Soo Son
1   Klinik für Augenheilkunde, David J. Apple International Laboratory for Ocular Pathology und International Vision Correction Research Centre (IVCRC), Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Germany
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1   Klinik für Augenheilkunde, David J. Apple International Laboratory for Ocular Pathology und International Vision Correction Research Centre (IVCRC), Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Germany
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Gerd U. Auffarth
1   Klinik für Augenheilkunde, David J. Apple International Laboratory for Ocular Pathology und International Vision Correction Research Centre (IVCRC), Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Germany
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1   Klinik für Augenheilkunde, David J. Apple International Laboratory for Ocular Pathology und International Vision Correction Research Centre (IVCRC), Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Germany
2   Klinik für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, Germany
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Zusammenfassung

Mit der Einführung der Descemet Membrane Endothelial Keratoplasty (DMEK) konnte die Behandlung von endothelialen Hornhauterkrankungen, wie der Fuchsʼschen Hornhautendotheldystrophie (FECD) deutlich optimiert werden. Durch die schnelle und gute Visusrehabilitation wird die Indikation zur Operation zunehmend früher gestellt. Die Patienten sind in der Regel in einem Alter, in dem auch die beginnende Katarakt zunehmend funktionell relevant wird. Daher ist es wichtig, die funktionellen Einschränkungen der verschiedenen Erkrankungen genau einschätzen und quantifizieren zu können, um zu differenzieren, welche Operation (DMEK und/oder Katarakt-Operation) zu welchem Zeitpunkt sinnvoll ist.

Eine der Behandlungsoptionen ist die Triple-DMEK (Katarakt-Operation kombiniert mit DMEK). Diese kommt in Frage bei phaken, presbyopen Patienten, mit klinischem oder subklinischem, tomografischem Hornhautödem, um eine frühzeitige DMEK nach Katarakt-Operation zu vermeiden. Sofern bei Kataraktpatienten mit FECD allerdings noch kein relevantes (klinisches oder subklinisches) Hornhautödem vorliegt, profitieren die Patienten von einer alleinigen Katarakt-Operation ohne DMEK. Die visuelle Qualität kann allerdings durch die kornealen Guttae eingeschränkt bleiben und eine DMEK kann zu einem späteren Zeitpunkt nötig werden. Die 3. Option ist die DMEK ohne Katarakt-Operation, bei noch phaken Patienten. Diese kommt bei jungen, noch akkommodierenden FECD-Patienten ohne Katarakt in Betracht. Hierbei ist allerdings zu bedenken, dass bei einer später nötigen Katarakt-Operation möglicherweise eine Endothelzellreduktion zu einem früheren Transplantatversagen führen könnte.

Bei Patienten mit FECD und altersentsprechend getrübter Augenlinse oder beginnender Katarakt gilt es die Notwendigkeit und den Zeitpunkt der jeweiligen Intervention individuell zu bestimmen, um den optimalen Therapieerfolg zu erreichen. Das beschriebene Vorgehen kann bei der Entscheidungsfindung für die jeweiligen Interventionsmöglichkeiten sowie des optimalen Zeitpunktes einer Intervention unterstützen.



Publikationsverlauf

Eingereicht: 17. Februar 2025

Angenommen: 23. Juni 2025

Artikel online veröffentlicht:
21. August 2025

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