Klin Monbl Augenheilkd
DOI: 10.1055/a-2769-0874
CME-Fortbildung

Diagnostische Verfahren der Hornhaut - Teil 2

Von etablierten Untersuchungsmethoden bis zu modernen BildgebungsverfahrenDiagnostic Approaches to the Cornea (Part 2)From Conventional Techniques to Advanced Imaging

Autor*innen

  • Klemens P. Kaiser

  • Mehdi Shajari

  • Loay Daas

  • Thomas Kohnen

Für die Hornhautdiagnostik als zentrales Element der modernen Augenheilkunde stehen neben etablierten Untersuchungsverfahren heute hochauflösende bildgebende Verfahren, biomechanische Analysen sowie Verfahren des maschinellen Lernens und KI-geführte Diagnostik zur Verfügung. Der Artikel bietet einen praxisorientierten Überblick über etablierte und innovative Methoden, ihre klinische Relevanz sowie ihren Beitrag zur personalisierten Therapieplanung.

Abstract

The cornea plays a pivotal role in visual quality, accounting for most of the eye’s refractive power. It is also frequently affected by a wide range of pathological conditions. Accurate diagnostics are therefore fundamental for making therapeutic decisions. This review provides an overview of established and emerging methods for examining the cornea, ranging from corneal pachymetry, assessments of the endothelium and nerves, anterior segment optical coherence tomography, and biomechanical measurements. Advances in high-resolution imaging and multimodal platforms have significantly improved the early detection of disease, risk stratification and monitoring. Furthermore, AI-supported multimodal approaches integrate topo-/tomography data for personalized risk assessment and mark the future of corneal diagnostics.

Kernaussagen
  • Eine gezielte korneale Diagnostik ist essenziell für Früherkennung, Quantifizierung und Verlaufsbeurteilung zahlreicher Erkrankungen wie Keratokonus, Fuchs-Endotheldystrophie und infektiöser Keratitiden.

  • Moderne Bildgebung (OCT, Topografie, Tomografie, Scheimpflug, Endothelmikroskopie) ergänzt die klassische Spaltlampe durch schichtgenaue morphologische und funktionelle Analyse.

  • Das korneale Stroma und Endothel bestimmen Transparenz, Dicke und Biomechanik der Hornhaut und sind zentrale Zielstrukturen für Diagnostik und Therapieplanung.

  • Ein strukturierter Spaltlampenbefund mit verschiedenen Beleuchtungstechniken bleibt Basis jeder Hornhautuntersuchung und erlaubt die Erfassung typischer kornealer Pathologien.

  • Vitalfärbungen (v. a. Fluoreszein, Lissamingrün, Bengalrosa) machen subtile Störungen der okulären Oberfläche sichtbar und sind unverzichtbar für die Diagnostik trockener und entzündlicher Erkrankungen.

  • Topografie erfasst primär die Vorderfläche, während Tomografie zusätzlich Informationen zur Rückfläche und Pachymetrie liefert und damit insbesondere für ektatische Veränderungen und postrefraktive Augen diagnostisch überlegen ist.

  • Multimodale Systeme und KI-gestützte Auswertung transformieren die Hornhautdiagnostik zu einem integrativen, dynamischen Prozess und bilden die Grundlage für personalisierte, risikoadaptierte Therapieentscheidungen.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
17. Februar 2026

© 2026. Thieme. All rights reserved.

Georg Thieme Verlag KG
Oswald-Hesse-Straße 50, 70469 Stuttgart, Germany