Klin Monbl Augenheilkd 2018; 235(04): 501-503
DOI: 10.1055/s-0044-101826
Der interessante Fall
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Entfernung von subfovealem Perfluorcarbon durch ein therapeutisches Makulaforamen

Removal of Retained Subfoveal Perfluorocarbon Liquid Through a Therapeutic Macular Hole
Bernhard M. Stoffelns
Augenklinik, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
,
Panagiotis Laspas
Augenklinik, Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
› Institutsangaben
Weitere Informationen

Publikationsverlauf

eingereicht 15. September 2017

akzeptiert 17. Januar 2018

Publikationsdatum:
18. April 2018 (online)

Preview

Hintergrund

Flüssige Perfluorcarbone (PFCL) sind schwere Flüssigkeiten, die in der vitreoretinalen Chirurgie als Werkzeug für eine schonende Wiederanlage von abgelöster Netzhaut eingesetzt werden [1]. Aufgrund ihrer Gewebetoxizität sind Perfluorcarbone zur längerfristigen Endotamponade nicht geeignet, sondern müssen am Ende jeder Operation wieder komplett entfernt werden. Subretinal gelegenes Perfluorcarbon findet sich nach vitreoretinaler Chirurgie mit PFCL-Einsatz in sogenannten Risikoaugen mit großen Netzhautdefekten und fortgeschrittener proliferativer vitreoretinaler Retinopathie (PVR) mit einer Inzidenz von 0,9 – 11,1% [2]. Die Lokalisation von subretinalem PFCL im Makulabereich stellt eine schwerwiegende Komplikation dar. Im Tierversuch führt subretinales Perfluorcarbon innerhalb kurzer Zeit zu einer direkten toxischen Schädigung der Photorezeptoren und des retinalen Pigmentepithels [3], [4]. Wir berichten über die erfolgreiche Entfernung einer subfovealen Perfluordecalinblase durch ein therapeutisches Makulaforamen.